Test Samsung NC210-A01DE Netbook
Hinter dem Namen Samsung steht eine Vielzahl von kleinen Netbooks. Das kürzlich getestete NC10-JP01DE und der N145-JP02DE sind die Infanterie im Preiskampf. Sie kämpfen lediglich mit einem Single-Core Atom (N450/N455), aber in unermesslicher Anzahl werfen sie sich dem Feind entgegen.
Die Kavallerie in Form von NF310-A01DE oder dem vorliegenden NC210-A01DE ist mit zwei Pferdestärken gerüstet, dies sind die Dual-Core-Netbooks des koreanischen Herstellers. Gehört ihnen die Zukunft, weil sie mit ungestümer Prozessor-Power an der Infanterie vorbeistürmen, um sich an den Athlons und Fusions für verlorene Kundschaft zu rächen?
Wir wollen in diesem Test einen sachlichen Blick auf den 10.1-Zoller Samsung NC210-A01DE werfen. Kann das Gerät den hohen Mobilitätsbedürfnissen dieser Zeit dienen? Wie geht der Hersteller mit der schwachen WSVGA-Auflösung um (1.024x600), die nur wenig Platz auf dem Desktop erlaubt? Welche Plattform empfehlen wir derzeitigen Netbook-Käufern? AMD Fusion oder Intel Atom? Alle Fragen beantwortet dieser Testbericht.
Das Netbook kommt in einem geradlinigen, kantigen aber andererseits auch rundlichen Chassis daher. Die Ecken sind deutlich abgerundet und der relativ dünne Deckel ist tief eingehangen. Die Base-Unit verjüngt sich vorn und hat zur Arbeitsumgebung hin harte Kanten. Der Deckel mit seinen runden Ecken und dem punktierten Rahmen bildet einen Kontrast dazu.
Die Formsprache des wellenförmigen NF310 (Shark Design) hat auch hier dezent Eingang gefunden. Knapp vor den Scharnieren biegt sich die Base-Unit um wenige Grad nach unten - im Deckel gibt es dazu die passenden Gegen-Krümmung. Insgesamt macht das alles einen schnittigen und modernen Eindruck. Der chromglänzende Deckel mit hoher Reflexionswirkung holt zudem etwas Astronauten-Atmosphäre hinzu. Es handelt sich um ein Kunststoff-Finish, nicht um Aluminium.
Das nur 1.175 Gramm schwere Kunststoff-Gehäuse hat eine akzeptable aber keine besonders gute Stabilität. Mit beiden Händen und etwas Kraft gelingt es, die Base-Unit merklich zu verbiegen. Druck auf die knappe Handauflage erzeugt rechts ein deutliches Eindellen. Die Bodenplatte dellt sich an den Lüftungsöffnungen und rechts ein.
Der Zugriff auf die Komponenten ist erst nach dem Abnehmen der kompletten Bodenplatte möglich. Zwei Schrauben befinden sich unter der vorderen Standfüßen. Eine kleine Öffnung gibt lediglich den Zugriff auf den Single-RAM-Slot frei (DDR3).
Der Deckel kann nur bis auf 135 Grad geöffnet werden und hat dort einen weichen, federnden Anschlag. Die chromfarbene Abdeckung der Scharniere ist sehr biegsam, was die Wertigkeit schmälert. Die Gelenke sitzen schwammig an der Base-Unit, sind aber so straff angezogen, dass beide Hände zum Öffnen benötigt werden. Dafür wippt das Display im Zug oder auf ruckeligen Autofahrten nicht nach.
Das NC210 bringt bei den Anschlüssen die übliche Schlichtheit der Netbooks mit. Die sichtbaren Ports bestehen aus dreimal USB 2.0, einem CardReader (SD/MMC), dem VGA-Stecker (D-Sub), dem RJ45-Netzwerk-Anschluss und zwei Klinke-Steckern für Kopfhörer und Mikrofon. Die unscheinbare Webcam im Display-Rahmen kann Fotos nur in 640 x 480 Pixeln aufnehmen (0.3MP).
Kommunikation
Neben WLAN-Draft-N (Broadcom) und Bluetooth 3.0+HS steckt ein Realtek Fast Ethernet Controller im Gehäuse. Der LAN-Controller unterstützt also kein Gigabit-Ethernet. Bluetooth 3.0 unterstützt den neusten Standard, mit dem eine Übertragungsrate von 24 Mbit/s erreicht werden soll (Highspeed-Kanal). Integriertes 3G hätte dem NC210 gut zu Gesicht gestanden, denn in Kombination mit heller, matter Anzeige und starker Laufzeit entsteht ein mobiles Arbeitstier für unterwegs.
Zubehör
In Sachen Software gibt es ein Novum: Der Hersteller legt wieder eine Recovery-DVD bei. Den kompletten Systemzustand kann sich der Nutzer dennoch per Samsung Recovery Solution auf entsprechende Datenträger brennen. Damit wäre dann auch die eigene Ersteinrichtung des Computers gesichert.
Samsung installiert wie immer eine Reihe von Notebook-Tools, von denen viele in unseren Augen durchaus nützlich sind und den Umgang mit dem Netbook verbessern. Dazu gehören EasyMigration (Datenumzug), PhoneShare (Sharing der Internet-Verbindung mit dem Telefon), Easy File Share (Dateizugriff auf anderen PC), Easy Network Manager (WLAN & Ethernet Standorte) oder das Update Plus (Treiber Updates).
Uns gefällt der BatteryLife Extender und der EasyResolution Manager. Ersterer begrenzt die maximale Akkuladung auf 80 Prozent, was die Lebensdauer verlängert, aber natürlich die Laufzeit verkürzt. Der Resolution Manager interpoliert die Auflösung und erzeugt aus den nativen 1.024x600 etwas übersichtlichere 1.024x768 Pixel.
Garantie
Die Herstellergarantie beläuft sich auf 12 Monate. Garantie-Plus ist eine kostenpflichtige Erweiterung der Standardgarantie um ein Jahr. Kostenpunkt: zirka 50 Euro.
Tastatur
Das NC210 wartet mit einer relativ komfortablen Tastatur auf, welche die maximale Breite bis auf den letzten Millimeter ausnutzt. Die Tasten haben einen mittleren Hub und einen festen Anschlag auf der gesamten Fläche. Das einzige Manko ist der unklare Druckpunkt, welcher ein zu weiches Feedback erzeugt. Das Tasten-Areal gibt an keiner Stelle nach. Die Tasten haben einen relativ großen Abstand zueinander.
Die kleinen Richtungstasten inklusive Bild Auf/Ab-Tasten können ein Stück in die Handauflage ausbrechen. Dies verhindert ungewolltes Betätigen der Bild-Tasten. Die schmale und eher rutschige Handauflage gibt speziell großen Händen keinen sicheren Halt beim Tippen. Dies ist jedoch das Manko fast alle Netbooks. Insgesamt ist das Schreibgefühl treffsicher (Abstand, Layout), es leidet aber unter dem unklaren Druckpunkt.
Touchpad
Der Elan-Mausersatz hat eine angenehme, matte Oberfläche. Die Finger gleiten zügig und mit deutlicher Reibung über das Pad. Fingerabdrücke oder Schmierflächen bleiben nicht zurück. Das Pad besitzt nicht gekennzeichnete vertikale und horizontale Scrollbars. Es handelt sich um ein typisches Multi-Touch Mousepad, welches das Zoomen oder Rollen mit Zwei-Finger-Gesten ausführt. Wer die fixen Scrollbars nicht benötigt und lieber etwas mehr Pad-Fläche haben will, der kann die Scrollbars in der Elan-Software deaktivieren.
Die Maustaste hat ganz außen (rechts und links) einen ausreichenden Hub und einen deutlichen Druckpunkt. Wer aber mehr in der Mitte der jeweiligen Tasten drückt, der erlebt einen schweren Druckpunkt und muss kräftig aufdrücken. Zudem wird das Klick-Geräusch an dieser Position deutlich lauter. Die Vertiefung der Tasten stellt sich als störend heraus, denn der aufdrückende Daumen wird mit der frontseitigen Einfassung konfrontiert. Die versenkten Tasten sind für die schnelle Bedienung suboptimal.
Der günstige Preis des NC210 fordert ein erstes Opfer. Die 10.1-Zoll-Anzeige bietet zwar eine von vielen Kunden gewünschte matte Oberfläche, aber die native Auflösung liegt bei nur 1.024 x 600 Pixel. Das ist der althergebrachte Netbook-Standard. Der Bildschirm des Schwestermodells NF310-A01 bietet bei gleicher Größe und ebenso matter Oberfläche eine Auflösung von 1.366 x 768 Pixeln, was mehr Übersicht auf Websites oder Programme bringt.
Samsung schafft durch zwei interpolierte (höhere) Auflösungsstufen etwas Erleichterung. Die Auflösungen 1.024 x 768 Pixel oder 1.152 x 854 Pixel können auf Wunsch aktiviert werden. Das geschieht mit dem EasyResolution Manager (nur 1.024 x 768 Pixel einstellbar) oder direkt per Rechter-Mausklick und Bildschirmauflösung. Das Bild leidet wie immer bei solcher Interpolation (z. B. einige Asus Eee PC) unter Verzerrungen. Siehe dazu unsere Screenshots.
Die Kontraste des nicht auslesbaren Panels stellen sich wie so oft schlecht dar: 134:1. Kontraste beschreiben, wie hoch der Weißanteil im Schwarz ist. Farben wirken auf dem TFT blass und alles andere als brillant. Aus Profi-Sicht betrachtet, fällt der darstellbare Farbraum sehr klein aus. Zwischen dem Farbraum des NC210 und bspw. dem guten aber auch nicht perfekten Panel im Sony Vaio Z13B7E (t) liegen große Unterschiede. Dadurch kommt das Netbook in unserer Wertung aber nicht zu Schaden, denn Profis der Bildbearbeitung werden sicher nicht auf einem 10-Zoller arbeiten, auch wenn es einen erweiterten Farbraum hätte (AdobeRGB, sRGB).
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Ausleuchtung: 80 %
Helligkeit Akku: 338 cd/m²
Kontrast: 134:1 (Schwarzwert: 2.53 cd/m²)37.41% AdobeRGB 1998 (Argyll 2.2.0 3D)
54.4% sRGB (Argyll 2.2.0 3D)
36.17% Display P3 (Argyll 2.2.0 3D)
Das matte LED-Display wird vom Hersteller als SuperBright bezeichnet. Er hat nicht gelogen, im Durchschnitt liegt die Luminanz bei grandiosen 308 cd/m². Darunter leidet allerdings die Ausleuchtung, d. h. die gleichmäßige Verteilung der Helligkeit. Sie liegt nur bei 80%. Die dunkelsten Segmente leuchten demnach nur 80 % so stark wie die hellsten. Für den praktischen Einsatz spielt das aber keine Rolle. Wir erkennen mit dem Auge bei einem komplett schwarzen oder weißen Hintergrund keine Hell-Dunkel-Flecken.
Für Drinnen ist die hohe Maximal-Helligkeit übertrieben. Damit die Augen nicht schmerzen, werden User die Helligkeit auf 100 bis 150 cd/m² dimmen. Die starke Luminanz ist aber für den Outdoor-Einsatz wichtig. Im Einklang mit der reflexionsarmen Anzeige erleben wir selbst unter strahlendem, direktem Sonnenlicht eine gute frontale und seitliche Sicht. Das Foto der frontalen Ansicht zeigt, wie die Sonnen-Reflexion auf dem Panel gestreut wird. Kurz: Das Samsung NC210 hat für den kommenden Sommer die ideale Anzeige für den Park, den Strand oder den Balkon.
Die horizontalen Blickwinkel sind mit zirka 50 Grad im Notebook-Vergleich Standard. Erst darüber hinaus treten Geisterbilder auf. Vertikal beginnt die Invertierung allerdings schon bei 15 Grad. Im Dunkelkammer-Foto sind die stark eingeschränkten vertikalen Blickwinkel gut erkennbar. Folge: Wenn ein zweiter oder gar dritter Zuschauer hinzukommt, so werden selbige nur ein suboptimales Bild erkennen.
Samsung verbaut den Zweikerner Atom N550 (2 x 1.5 GHz), der auf einem NM10-Netbook-Chipsatz von Intel sitzt. Wie bei den Einkern-CPUs N450/N455, ist eine GMA 3150 im Prozessor integriert. Die Grafikkarte ist also im TDP von 8.5 Watt enthalten. N450/N455 (5.5 Watt) haben eine um drei Watt niedrigere TDP.
Der N550 besitzt einen eigenen DDR3-Speichercontroller (ab N455 Standard), weshalb ein GByte DDR3-RAM gesteckt ist. Dieser Schacht ist über eine kleine Klappe auf der Unterseite zugänglich. Die GMA 3150 (Kerntakt 200 MHz, DirectX-9c) eignet sich nicht für Spiele und sie kann den Prozessor auch nicht mittels Hardwareunterstützung beim Rechnen entlasten. Zur weiteren Ausrüstung gehören eine 2.5-Zoll-Festplatte von Hitachi mit 250 GByte Speicherplatz und 5.400 U/Min (HTS543225A7A).
Der Atom N550 unterstützt wie die Single-Cores Hyper Threading. Daher kann der Dual-Core mit insgesamt vier Threads rechnen. Zu einem kleinen Boost für Multitasking-Operationen kommt es, wie ein Vergleich mit dem Single-Core Atom N455/N450 zeigt.
Der N550 erreicht im Multi-Core Benchmark Cinebench R10 32Bit 1.320 Punkte. Ein N455 schafft hierbei 840 (@1.66 GHz, Acer One 533-13Drr) bis 888 Punkte (@1.7GHz, Asus Eee PC 1016P). Ein N450 zeitigt 938 Punkte (@1.66 GHz, Asus Eee PC 1008P). Die Einkerner sind also um zirka 40% unterlegen (Durchschnittswerte der Single-Core Systeme).
Dual-Core schlägt Single-Core, das überrascht nicht. Wie verhält es sich mit der AMD Prozessor-Konkurrenz, wie sie unter anderem als Fusion derzeit den Markt betritt ( Acer Aspire One 522, Toshiba NB550D). Der AMD C-50 (9 Watt, 2x1.0 GHz) ist im Cinebench R10 Multi 14% langsamer. Ein Athlon K125 (1x1.7 GHz, Acer Aspire One 521) ist auf Grund seines einen Kerns im Multi-Thread Rechnen 12% langsamer.
PCMark 05 Standard | 1429 Punkte | |
PCMark Vantage Result | 1389 Punkte | |
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Bei der reinen Multi-Thread-Rechenleistung überholt der Zweikerner N550 seine Einkern-Kollegen problemlos und kommt knapp an der AMD-Fusion und Athlon-Konkurrenz vorbei. Aber ist die Gesamtleistung eines N550-Systems wirklich besser? Wir haben die Antwort mit dem PCMark Vantage ermittelt und sie lautet Nein. Der Systembenchmark endet auf 1.389 Punkte, woran auch der HDD-Sub-Score von 3.078 einen kleinen Anteil hat.
Ein Fusion C-50 (Toshiba NB550D) schaffte 1.438 Punkte. Der kleine Vorteil der APU wird durch die Radeon HD 6250 Grafikkarte errungen, welche dank 80 Shadern und UVD3 Video Prozessor deutlich leistungsstärker ist als die Intel GMA 3150 des N550. Sofern Nvidia Ion2 ins Spiel kommt (Asus Eee PC 1015PN) ist dieser Vorteil natürlich wieder dahin. In jedem Fall befinden sich die AMD-Netbooks auf Augenhöhen und sie sind meist günstiger zu haben. Weiterer Vorteil der AMD-Lösungen ist ein HDMI-Ausgang.
Die gefühlte Arbeitsgeschwindigkeit des Samsung NC210 ist flüssiger und damit angenehmer als bei allen Atom Single-Core-Netbooks (zirka 1.200 PCMark Vantage Punkte), die wir bisher im Test hatten.
3DMark 2001SE Standard | 2286 Punkte | |
3DMark 03 Standard | 640 Punkte | |
3DMark 05 Standard | 280 Punkte | |
3DMark 06 Standard Score | 142 Punkte | |
Hilfe |
Die Hitachi-Festplatte mit 250 GByte arbeitet mit einer Umdrehungsgeschwindigkeit von 5400 U/Min. HD-Tune ermittelt einen Durchschnittswert von 50 Megabyte pro Sekunde (Sequential Read). Dieser Durchsatz liegt deutlich unter dem Mittelfeld vergleichbarer 2.5-Zoll Festplatten in Netbooks und Notebooks (zirka 65 MB/s). Auch die Zugriffszeit von 20.5 Millisekunden ist sehr langsam. Schnelle 5400 U/Min HDDs schaffen z. B. 16.9 ms (Dell Mini 1012).
Wer die 250 GB aufrüsten will, dem steht keine Wartungsklappe dafür zur Verfügung. Da die Unterseite des Chassis eine Wanne bildet, muss die Tastatur und auch die Cover-Plate abgenommen werden.
Geräuschemissionen
Wir haben es mit einem sehr leisen 10.1-Zoller zu tun. Beim Surfen im Web oder E-Mails schreiben werden wir nicht vom Lüfter belästigt: 31.4 dB(A). Hierbei dreht er die ganze Zeit sachte vor sich hin. Sofern der Samsung Silent-Mode (Fn + F8) aktiviert wird, schaltet sich der Lüfter konstant ab und nur das leise Rauschen der HDD von 30.7 dB(A) bleibt messbar.
Die Festplatte ist sporadisch durch ein helles Klackern der Lese-Schreibköpfe zu vernehmen: 32.3 dB(A). Unter konstanter Last der CPU (Stresstest) wird das NC210 nur etwas lauter. Der Stresstest für Prozessor und Grafik treibt den Lüfter nur auf 34.9 dB(A). Wir hören ein helles, gleichmäßiges Rauschen.
Der Silent-Modus schaltet den Lüfter dauerhaft ab. Er geht erst wieder an, wenn der Prozessor konstant unter Stress gerät oder die Temperatur aus anderen Gründen zu hoch ist. Auch der maximale Pegel kann damit effektiv verringert werden. Wird im Stresstest der Silent-Mode aktiviert, sinkt die Lautstärke auf Kosten der CPU-Leistung auf 30.8 dB(A) und der Kühler bleibt für eine Weile im deaktivierten Zustand. Der Silent-Modus begrenzt die Taktung des Atom N550 auf 997 MHz.
Lautstärkediagramm
Idle |
| 30.7 / 31.4 / 31.4 dB(A) |
HDD |
| 32.3 dB(A) |
Last |
| 34.9 / 34.9 dB(A) |
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30 dB leise 40 dB(A) deutlich hörbar 50 dB(A) störend |
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min: , med: , max: Voltcraft sl-320 (aus 15 cm gemessen) |
Temperatur
Die Abwärme bleibt in jedem Zustand (Idle, Stress) gering. Während Surfen im Web und Textverarbeitung mit geringer Last, liegt die durchschnittliche Temperatur der Unterseite bei 29 Grad Celsius. Die Bereiche der Handauflage bleiben mit höchstens 27 Grad kühl.
Die Belastung durch den Prime95-Benchmark sowie den 3DMark06 lässt die Ober- und Unterseiten-Temperatur nur leicht ansteigen (gegenüber Idle). Die Bodenplatte vermeldet jetzt 30 statt 29 Grad. Leerlauf- und Last-Temperatur unterscheiden sich im Durchschnitt so wenig, weil sich im Silent-Mode bei inaktivem Lüfter warme Abluft im Gehäuse staut. Ein bei Last aktiver Lüfter befördert nun selbige und die neu erzeugte Abwärme aus dem Gehäuse, weshalb sich mancherorts sogar Abkühlungen einstellen.
(+) Die maximale Temperatur auf der Oberseite ist 29.3 °C. Im Vergleich liegt der Klassendurchschnitt bei 33.1 °C (von 21.6 bis 53.2 °C für die Klasse Netbook).
(+) Auf der Unterseite messen wir eine maximalen Wert von 38 °C (im Vergleich zum Durchschnitt von 36.6 °C).
(+) Ohne Last messen wir eine durchschnittliche Temperatur von 25 °C auf der Oberseite. Der Klassendurchschnitt erreicht 29.8 °C.
(+) Die Handballen und der Touchpad-Bereich sind mit gemessenen 28 °C kühler als die typische Hauttemperatur und fühlen sich dadurch kühl an.
(±) Die durchschnittliche Handballen-Temperatur anderer getesteter Geräte war 29.3 °C (+1.3 °C).
Lautsprecher
Der Lautsprecher-Klang ist akzeptabel aber bei weitem nicht gut. Die zwei kleinen Stereo Membrane sitzen im vorderen Bereich der Bodenplatte und beschallen die Tischplatte, welche die Schallwellen reflektiert. Die Lautstärke ist gemessen an der Netbook-Größe relativ laut. Klanglich werden die Höhen und zum Teil die Mitten betont, wobei eine Differenzierung fehlt. Mangels Subwoofer, bzw. wegen der kleinen Lautsprecher, gibt es keinerlei Tiefen. Über den Kopfhörer-Ausgang können externe Lautsprecher oder Kopfhörer angeschlossen werden. Der starke Pegel erscheint im Hörtest rauschfrei.
Samsung spricht von 15 Stunden Laufzeit mit dem 6-Zellen Akku. Super, genau der steckt in unserem Testgerät und wir können den Wahrheitsgehalt dieser Aussage prüfen. Die ermittelte Leerlauf-Laufzeit von 10:40 Stunden kann selbst im Falle des geringstmöglichen Energieverbrauchs die Angabe nicht bestätigen. Die Idle-Laufzeit bei niedrigster Helligkeit und deaktivierten Funkmodulen ist ohnehin kein realer Anhaltspunkt für die Praxis.
Der Praxis kommt der WLAN-Test mit seinen guten 5:55 Stunden sehr nahe. Solange hielt auch ein Aspire One 533 durch (N455-Single-Core, 5:49 Stunden, 49 Wh). Die N450-Schwester schaffte in einem Asus Eee PC 1001P sechs Stunden (48 Wh). Wir sehen: Die zwei Kerne wirken sich bei gleicher Kapazität des Akkus nicht auf die Laufzeit aus. Bis die Surf-Session von vorn losgehen kann, vergehen übrigens 3:12 Stunden (Ladezeit).
Etwas geringer fällt die Laufzeit beim Abspielen von Filmen von der Festplatte aus (niedrige Qualität, AVI-File, nicht H.264). Der 10.1-Zoller hält 5:42 Stunden durch. Die Helligkeit des TFTs war dabei auf 100 cd/m² gestellt, die Funkmodule waren abgeschalten. Unter Last (BatteryEater Classic) sinkt die Laufzeit auf starke 4:49 Stunden (Funk aktiv, Helligkeit maximal).
Die neueste AMD Fusion Technik, wie im Toshiba NB550D-10H, kann die Laufzeiten des NC210 aber toppen. Bei einer höheren Kapazität von 61 Wattstunden brummt der Idle 13:37 Stunden vor sich hin. Im WLAN-Test schafft es die AMD-Konkurrenz sogar auf 8:43 Stunden (Last 4:19). Die Kapazitäts-Differenz macht den Vergleich natürlich unfair, dennoch zeigt sich, dass ein Atom N550 nicht das Non-Plus-Ultra in der Netbook-Welt ist.
Der Strombedarf im Leerlauf liegt bei 7.5 Watt (minimale Helligkeit, Energiesparmodus, Funk inaktiv). Ein N450-System ist mit 6.2 Watt sparsamer (Samsung N220). Aber derselbe Dual Core N550 kann in einem anderen Netbook auch mit 4.3 Watt auskommen (Acer Aspire One D255). Hinweis: Wir messen die Leistungsaufnahme des Systems, nicht die der CPU.
Der maximale Stromverbrauch von 15 Watt reizt den TDP von 8.5 Watt voll aus (Prime95 auf allen vier Threads + 3DMark06). N450/N455-Systeme liegen hier bei 12.5 (Eee PC 1001P) bzw. 13.6 Watt (Aspire One 533). Die starke TFT-Helligkeit unseres Testgerätes erhöht die Energieaufnahme im Vergleich zu anderen Modellen jedoch leicht. Das 40 Watt Netzteil wiegt nur 167 Gramm und kann die maximale Energieaufnahme plus Ladung leicht abfangen. Unter Last wird es nur 30 Grad warm.
Aus / Standby | 0.3 / 0.4 Watt |
Idle | 7.5 / 9.8 / 10.1 Watt |
Last |
14.3 / 15.1 Watt |
Legende:
min: ,
med: ,
max: Voltcraft VC 960 |
Samsung verpackt einen interessanten 10.1-Zoller in ein leicht schwächelndes Kunststoff-Gehäuse und kann in allen für die Mobilität wichtigen Bereichen gute Punkte abgreifen. Die große Stärke ist das extrem helle und matte WSVGA-Panel: 307 cd/m². Die schwache Auflösung kann immerhin auf 1.152 x 864 Pixel interpoliert werden.
Für eine hohe Mobilität sprechen die sechsstündige Akkulaufzeit und das geringe Gewicht von nur 1.175 Gramm (trotz 6-Zellen Akku). Hinzu kommen der Silent-Modus und eine Lautstärke, die – wenn der Lüfter überhaupt dreht - fast nicht mehr zu hören ist. Gleiches gilt für die Abwärme, denn das Chassis bleibt jederzeit kühl.
Nach so viel Lob „nur“ ein GUT? Der stellenweise biegsame Kunststoff-Mantel und die schwammigen Scharniere schmälern den Gesamteindruck der Konstruktion. Das Touchpad leidet an seinen tief liegenden Tasten und die Tastatur unter einen weichen Druckpunkt.
Wie die meisten Netbooks verliert das NC210 dann auch noch bei den wenigen Anschlüssen und der nicht vorhandenen 3D-Leistung Punkte. Der Atom-Zweikerner rechnet zwar etwas schneller als Single-Core-Atom und lässt das System „flüssiger“ laufen. Jedoch ist der N550 im Vergleich zu anderen Notebook-CPUs eine ganz kleine Hausnummer. Diese Nachteile fließen jedoch nur zu einem Bruchteil in die Wertung ein.