Test Toshiba Satellite Pro L870-16P Notebook
Toshiba teilt seine Office-Notebooks in drei Serien auf: Die Tecra- und die Portégé-Serie wendet sich eher an große Firmen und Office-Nutzer, die ein praktisches Book mit vielen Businessfeatures suchen. Nicht umsonst erinnern die Notebooks der Tecra-Serie mit ihrem einfachen Design und dem Touchpoint in der Tastatur an Lenovos Thinkpads. In der Satellite Pro-Serie finden sich traditionell eher am Look der Consumer-Serien orientierte Laptops mit weniger Sicherheitsfeatures und mehr Multimedia-Potential. Die Notebooks sind also eher fürs Heimbüro und für kleinere Firmen gedacht.
So verwundert es auch nicht, dass Toshiba seine einzigen 17,3-Zöller im Office-Segment in der Satellite Pro-Serie ansiedelt, in großen Firmen setzt man eher auf handliche Notebooks, sowie eine Dockingstation und einen zweiten Bildschirm am stationären Arbeitsplatz. Das Toshiba Satellite Pro L870-16P hingegen kann mit seinem großen Bildschirm auch alleine als vollwertiger Desktop-Ersatz herhalten, ist dafür aber nicht sonderlich handlich.
Unser Modell enthält einen leistungsstarken Intel Core i5-3210M-Prozessor mit zwei Kernen, eine eigenständige Grafikkarte vom Typ AMD Radeon HD 7670M, 8 GByte Arbeitsspeicher und eine Festplatte, die 500 GByte an Daten aufnimmt. Den Laptop bekommt man aktuell zu einem Straßenpreis von 699 Euro.
Wie bereits erwähnt, ist ein 17,3-Zoll-Office-Notebook nicht sonderlich üblich, so dass es auch nicht viele Konkurrenten gibt: Toshiba selbst hat mit dem Satellite Pro C870 noch ein weiteres Modell im Programm, das günstiger ist, dafür aber auch weniger Leistung bietet (Intel HD Graphics 3000, Intel Core i3 2350M). Von Acer kommt das Aspire 7739Z, das aber ebenfalls wesentlich weniger Leistung bietet (Intel Graphics Media Accelerator (GMA) HD Graphics, Intel Pentium P6200) und kein entspiegeltes Display hat. Das HP Pavilion g7-2051sg könnte unserem Testgerät eventuell leistungstechnisch Konkurrenz machen (AMD Radeon HD 7660G + HD 7670M Dual Graphics, AMD A-Series A10-4600M), muss aber ebenfalls ohne entspiegelten Bildschirm auskommen. An der Grenze zwischen Multimedia-Book und Business-Laptop wandelt das HP ProBook 4740s, das in Bezug auf Prozessor und Grafikkarte dieselbe Austattung aufweist wie unser Testgerät.
Da wie gesagt ohnehin nicht viele Office-Features verbaut sind, kann der geneigte Käufer auch zu 17,3-Zoll-Multimedia-Notebooks greifen: Sonys Vaio SV-E1712F1EW (Intel Pentium B980, AMD Radeon HD 7650M) wäre hier in der Auswahl, oder auch das Asus K75VJ (Core i7-3610QM, GeForce GT 635). Das Dell Inspiron 17R SE bietet für einen ähnlichen Ausgangspreis wie unser Testgerät sogar wesentlich mehr Leistung. Alle Multimediabooks haben aber ein verspiegeltes Display.
Im Großen und Ganzen entspricht das Gehäuse unseres Testgeräts dem des Toshiba Satellite Pro C870, lediglich die dort matten Oberflächen wurden durch glänzende ausgetauscht. Eine gute Entscheidung? Wenn die Putzfrau im Büro auch die Laptops abwischt, dürften bei ihr jedenfalls mit dem Toshiba Satellite Pro L870-16P gemischte Gefühle aufkommen: Einerseits macht das Gerät mit seinen grau-gemusterten Oberflächen und dem schwarz glänzenden Gehäuse eine gute Figur auf dem Schreibtisch. Andererseits ziehen diese Oberflächen auch viele Fingerabdrücke an und müssen regelmäßig gereinigt werden, um einen guten Eindruck zu erhalten.
Das Gehäuse zeigt sich insgesamt recht stabil und fasst sich angenehm an. Es gibt aber auch einige Kritikpunkte: Den Displaydeckel kann man leicht eindrücken, auf dem Bildschirm wird dies allerdings nicht sichtbar. Straffe Scharniere machen es schwierig, den Deckel mit einer Hand zu öffnen und das Display wippt ziemlich lange nach, wenn man es einmal in Position gebracht hat.
Alles in allem schneidet das Gehäuse des Satellite L870-16P gut ab, zwar gibt es einige Kritikpunkte, aber insgesamt ist das Gehäuse gefällig und alltagstauglich. Eine bessere Verarbeitungsqualität bietet in dieser Preisklasse beispielsweise das HP ProBook 4740s.
Immerhin zwei USB 3.0-Anschlüsse können wir für unser Testgerät auf der Habenseite verbuchen. Ansonsten bietet das Gerät die für die Preisklasse und Gerätegröße standardmäßigen Anschlüsse. Dabei befinden sich viele der Ports an der rechten Seite vorne, was für Mausnutzer und Rechtshänder zum Problem werden könnte. Zumal auch Display-Ports und LAN-Anschluss recht weit vorne sind. Auf der linken Seite findet sich im hinteren Bereich lediglich ein USB 2.0-Anschluss. An der Vorderseite gibt es wie bei vielen anderen Geräten nur den Kartenleser zu sehen, der übrigens nur SD-Karten-Formate und Multimedia-Cards unterstützt. An der Rückseite finden sich gar keine Anschlüsse.
Kommunikation
Bei vielen, aber nicht allen Geräten in dieser Preisklasse, findet man Bluetooth 4.0 für den Datenaustausch mit Handys oder den Anschluss von kabellosen Kopfhörern. Auch unser Testgerät beherrscht diesen Kommunikationsstandard. Ebenfalls an Bord sind Gigabit-LAN zum schnellen Surfen und ein WLAN-Modul von Artheros. In 10 Metern Entfernung vom Router und mit 3 Wänden dazwischen hat unser Testgerät noch einen respektablen WLAN-Empfang von 4 Balken in der Windows-Anzeige.
Sicherheit
Wer wirkliche Sicherheit für seine sensiblen Firmendaten mit Fingerabdrucksensor und verschlüsselter Festplatte sucht, der muss sich woanders umschauen. Dafür integriert Toshiba bei der Satellite Pro Serie einige Softwarelösungen, die zumindest grundlegende Sicherheit gewährleisten sollen: Der PC Health Monitor überwacht wichtige Schlüsselfunktionen des Systems und schlägt Alarm, sobald beispielsweise der Akku ausgelaugt ist oder die Porzessorkühlung ausfällt. Es gibt auch ein Tool zur Diagnose des PCs und es lassen sich Recovery Disks für das System herstellen. Insgesamt ist die Sicherheitsausstattung aber nur für kleine Unternehmen geeignet, bei denen Datensicherheit nur eine untergeordnete Rolle spielt.
Garantie
Wie für die meisten Business-Geräte gibt es nur 12 Monate Garantie von Toshiba, die gesetzliche Gewährleistung von 24 Monaten bleibt aber natürlich bestehen. Wer noch bis 31.03.2013 kauft, der bekommt gratis 12 Monate Versicherung gegen Displaybruch dazu. Dabei wird ein Schaden innerhalb des Zeitraums kostenlos repariert.
Tastatur
Standesgemäß für ein 17,3-Zoll-Notebook ist die vollwertige 102-Tasten-Tastatur mit 16 Millimeter breiten Standardtasten und 4 Millimetern Abstand zwischen den Keys. Die neue "Menü"-Taste, die eigentlich zu Windows 8 gehört und dort die Optionen eines Feldes öffnet, ist ebenfalls dabei und übernimmt unter Windows 7 die Funktion eines Rechtsklicks mit der Maus.
Eigene Funktionstasten für Lautstärke oder WLAN gibt es nicht, die "F1"-"F12"-Tasten übernehmen diese Funktionen. Eine kleine Besonderheit haben die Tasten für "Caps Lock" und "Num Lock": Sie beinhalten eine LED, die leuchtet, wenn die jeweilige Funktion aktiviert ist.
Wie schreibt es sich nun auf dem Toshiba Satellite Pro L870-16P? Leider schlechter, als wir es von einem Office-Gerät erwarten würden: Die Tasten haben einen sehr kurzen Hub und vermitteln keine wirkliche Bestätigung, ob man die Taste nun betätigt hat oder nicht. Zudem biegt sich die Tastatur über die gesamte Breite stark durch. Die großen Tasten und das klare Layout gefallen uns dagegen gut, so dass wir der Tastatur insgesamt ein befriedigendes Urteil ausstellen. Dass es auch besser geht, zeigt wieder einmal das HP ProBook 4740s.
Touchpad
Das Touchpad macht einen deutlich wertigeren Eindruck, als die Tastatur. Zudem ist es mit seiner matten und tiefer gesetzten Umrandung ein richtiger Hingucker. Stark nach links versetzt ist es mit 10,5 Zentimetern Durchmesser üppig dimensioniert und besitzt eine matte Oberfläche, die sehr angenehme Gleiteigenschaften mitbringt.
Darunter befinden sich zwei gesonderte Tasten, die zwar in der Materialwahl durchaus noch einen hochwertigeren Eindruck machen könnten, die sich aber gut bedienen lassen, einen passenden Hub haben, ein gutes Feedback über den Tastendruck vermitteln und zuverlässig arbeiten. Auch Multitouch-Gesten versteht das Touchpad.
Was das Toshiba Satellite Pro L850-16P für Gamer durchaus interessant machen könnte, ist der matte Bildschirm mit einer Auflösung von 1.600 x 900 Pixeln. Darauf wirken Farben zwar etwas weniger brillant als auf einem Bildschirm mit glänzender Beschichtung, dafür sind störende Reflexionen minimiert. Das Display setzt, wie die meisten günstigen Notebooks, auf die TN-LED-Technologie, die dazu führt, dass sich Helligkeit und Farben verschieben, wenn man von der Seite oder von oben bzw. unten auf das Display blickt.
Die Messung mit dem Fotospektrometer X-Rite i1Display 2, welche wir vor der Kalibrierung mit dem Tool CalMAN durchgeführt haben zeigt, dass Graustufen nur schlecht wiedergeben werden. Ein DeltaE 2000 von durchschnittlich 16 weist auf Farbabweichungen hin, die selbst ein ungeschultes Auge erkennt. Die Farbsättigung zeigt deutliche Verschiebungen von Magenta und Cyan in Richtung Blau. Wir haben es also mit dem bei TN-Panels oft auftretenden Blaustich zu tun.
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Ausleuchtung: 87 %
Helligkeit Akku: 239 cd/m²
Kontrast: 368:1 (Schwarzwert: 0.65 cd/m²)52.6% AdobeRGB 1998 (Argyll 2.2.0 3D)
74.6% sRGB (Argyll 2.2.0 3D)
51.3% Display P3 (Argyll 2.2.0 3D)
Der Kontrast des Displays ist mit 367:1 in Ordnung und auch die maximale Helligkeit von 252 cd/m² ist im Klassenvergleich ganz ordentlich. Die Helligkeit verteilt sich mit 87 % zwar insgesamt einigermaßen gleichmäßig, dennoch ist das Display am unteren Rand ca. 15 % heller, als im oberen Bereich. Subjektiv fällt uns der Helligkeitsunterschied aber nicht weiter auf.
Bei der Abdeckung der unterschiedlichen Farbräume bleibt wie erwartet viel Luft nach oben: Weder Adobe RGB, noch der kleinere sRGB-Farbraum können auch nur annähernd abgedeckt werden. Allerdings wird dies nur wirklichen Profis unangenehm auffallen.
In dieser Disziplin kann das Display des Toshiba Satellite Pro L870-16P dank seiner entspiegelten Oberfläche punkten. An einem bewölkten Tag ist es ohne Probleme möglich, draußen zu arbeiten. Erst wenn die Sonne direkt auf das Display scheint, macht sich die nur durchschnittliche Helligkeit bemerkbar: Viel ist dann nicht mehr vom Bildschirminhalt zu sehen.
Wie schon gesagt, ist das Panel im Toshiba Satellite Pro L870-16P nicht unbedingt dafür geeignet, dass mehrere Leute sich um den Bildschirm scharren. Blickt man nämlich von der Seite auf das Display, bricht der Kontrast recht schnell zusammen, so dass man Details in der Darstellung oft nicht mehr oder nur mit verfälschten Farben erkennen kann. Ändert man den Blickwinkel nach oben und unten, ist dieser Effekt noch wesentlich stärker. Das Display verhält sich hier wie alle günstigen Panels und bietet hier keine außergewöhnlich kleinen oder großen Blickwinkel.
Insgesamt liegt das Display absolut auf Klassenniveau, Acer hat allerdings mit dem Aspire V3-571G-53214G50Maii gerade ein 15,6-Zoll-Notebook auf den Markt gebracht, das bei ähnlichen Preisen mit einem hochwertigen IPS-Panel aufwarten kann. Acer zeigt damit, dass es auch in dieser Preiskategorie möglich ist, hochwertige Panels zu verbauen.
Der Käufer darf sich beim Toshiba Satellite Pro L870-16P über eine potente Austattung der Mittelklasse freuen, die so ziemlich alle Aufgaben im Büroalltag schnell und zügig abarbeiten dürfte. Dazu gehören ein Prozessor namens Intel Core i5-3210M, die eigenständige Grafikkarte AMD Radeon HD 7670M sowie üppige 8 GByte Arbeitsspeicher.
An sich variiert die Konfiguration innerhalb der Serie nicht großartig, die Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen beschränken sich eher auf Festplattengröße und Betriebssystem. Allerdings findet sich im Internet (nicht jedoch auf der offiziellen Website von Toshiba) ein Modell namens Satellite Pro L870-177 mit Intel Core i7-3630QM und damit einem noch einmal wesentlich stärkeren Prozessor mit 4 Kernen. Beim Test des Acer Aspire V3-571G haben wir die beiden Prozessoren verglichen.
Prozessor
Der Intel Core i5-3210M ist ein oft verbauter Ivy-Bridge-Prozessor mit zwei Kernen, der dank Hyperthreading vier Aufgaben gleichzeitig bearbeiten kann. Der Prozessor arbeitet mit einem Grundtakt von 2,5 GHz. Mittels Turbo kann die Geschwindigkeit auf bis zu 2,9 GHz (beide Kerne) und 3,1 GHz (ein Kern) erhöht werden.
Gefühlt arbeitet das System verzögerungsfrei, auch für anspruchsvollere Programme und Spiele reicht der Prozessor aus. In den synthetischen Benchmarks der Cinebench-Reihe erzielt unser Testgerät genau die erwarteten Werte, wie sie auch andere Geräte mit Core i5-Prozessor (beispielsweise das HP ProBook 4740s) erreichen. Das deutet darauf hin, dass der volle Turbotakt im Cinebench durchgehend ausgenutzt wird und tatsächlich können wir das nach einem kurzen Test bestätigen. Selbst im Akkubetrieb bleibt der volle Turbo nutzbar, sofern man das Profil "Höchstleistung" auswählt. Im Profil "Energiesparmodus" taktet der Prozessor, sofern nur ein Kern benutzt wird, lediglich mit 1,4 GHz. Werden beide Kerne beansprucht, taktet der Prozessor aber auf den vollen Turbotakt von 2,9 GHz.
System Performance
Anhand der Benchmark PCMark 7 und PCMark Vantage überprüfen wir, wie sich das System als Ganzes schlägt: Hier fließen neben dem Prozessor auch ein schneller Dual-Channel-RAM, die Festplattengeschwindigkeit und die Grafikkarte in die Wertung ein. Auch hier bleibt das Toshiba Satellite Pro L870-16P verlässlich: Geräte mit Intel Pentium B980 (Sony Vaio SV-E1) oder AMD A6-3420M (Samsung Series 3 305E7A) werden klar geschlagen. Auch das HP Pavilion g7, das auf dem AMD A10-4600M basiert, muss sich mit über 20 % Abstand geschlagen geben. Die Konkurrenz aus dem eigenen Hause, das Satellite Pro C870 mit Intel Core i3-2350M und ohne eigene Grafikkarte, fällt sogar noch weiter zurück. Auch das HP ProBook 4740s fällt aufgrund der langsamer drehenden Festplatte und weniger Arbeitsspeicher zurück.
Gegenüber den anderen Office-17,3-Zöllern, die wir in letzter Zeit getestet haben, bekommt man mit dem Toshiba Satellite Pro L870-16P also eine bessere Systemleistung, die sich aber auch in einem höheren Preis niederschlägt. Unser Testgerät sollte jedenfalls für alle Büroaufgaben mehr als genug Power mitbringen.
PCMark Vantage Result | 7459 Punkte | |
PCMark 7 Score | 2231 Punkte | |
Hilfe |
PCMark 7 - Score (nach Ergebnis sortieren) | |
Toshiba Satellite Pro L870-16P | |
Sony Vaio SV-E1712F1EW | |
Samsung 305V5A-S01DE | |
HP Pavilion g7-2051sg | |
HP ProBook 4740s (B0Y81EA) |
PCMark Vantage - 1024x768 Result (nach Ergebnis sortieren) | |
Toshiba Satellite Pro L870-16P | |
Samsung 305V5A-S01DE | |
HP Pavilion g7-2051sg | |
Toshiba Satellite Pro C870-11R | |
HP ProBook 4740s (B0Y81EA) |
Massenspeicher
Sehr gut finden wir, dass Toshiba eine mit 7.200 Umdrehungen pro Minute schnell drehende Festplatte aus eigenem Haus verbaut und damit schnellere Zugriffszeiten erreicht als die Konkurrenz: Dort werden oft nur HDDs mit 5.400 Umdrehungen verbaut, beispielsweise beim HP ProBook 4740s, aber auch beim Satellite Pro C870 aus eigenem Hause.
Grafikkarte
Die Grafikkarte stammt von AMD, heißt Radeon HD 7670M und ist ein Modell der Mittelklasse, das beinahe alle aktuellen Spiele in mittleren oder niedrigen Details darstellen kann, allerdings wohl nicht immer in der vollen Auflösung des 1.600 x 900 Pixel messenden Displays. In den synthetischen Benchmarks erzielt unser Testmodell dieselben Werte, wie andere Geräte mit dieser Grafikkarte.
Im Netzbetrieb sind der volle Takt der GPU und der 2.048 MByte Speicher in vollem Umfang abrufbar. Sobald man das Netzkabel aber trennt, sinkt der GPU-Takt um ein Drittel auf 400 MHz, der Speichertakt sinkt sogar um 55 %. Hier sollte der geneigte Mobile Gamer im ATI Catalyst Control Center unbedingt die Power Play genannte Einstellung ändern, wie auf unserem Bild gezeigt, damit auch im Akkubetrieb die volle Leistung erhalten bleibt. Das geht dann natürlich auf Kosten der Akkulaufzeit. Die ist generell ein Problem, da die Grafikkarte kein automatisches Umschalten zur im Prozessor integrierten Grafikkarte Intel HD Graphics 4000 unterstützt. Die würde für viele grundlegende Aufgaben ausreichen und Strom sparen, bleibt aber ungenutzt. Bei den Akkulaufzeiten erfahren Sie, wie sich dieses fehlende Feature auswirkt.
3DMark 06 Standard Score | 8413 Punkte | |
3DMark Vantage P Result | 4941 Punkte | |
3DMark 11 Performance | 1163 Punkte | |
3DMark Ice Storm Standard Score | 53896 Punkte | |
3DMark Cloud Gate Standard Score | 5102 Punkte | |
3DMark Fire Strike Score | 750 Punkte | |
Hilfe |
Gaming Performance
Das Duett aus Intel Core i5-3210M und AMD Radeon HD 7670M hatten wir schon häufig durch unseren Parcours der neuesten PC-Games gejagt, um zu sehen wie leistungsfähig sie ist. Beispielsweise im Consumerbook Toshiba Satellite L850-153, oder im HP Envy m6. Das Ergebnis ist beim Satellite Pro L870-16P dasselbe, wie bei seinen Vorgängern mit gleichen Komponenten: In niedrigen Einstellungen und mit verringerter Auflösung läuft fast jedes aktuelle Spiel flüssig. In der nativen Auflösung des 17,3-Zöllers von 1.600 x 900 kommt es auf das Spiel an: Ein anspruchsloses Fifa 13 oder Torchlight 2 laufen auch in höheren Details, Mass Effect 3 ist ebenfalls in hohen Details noch einigermaßen spielbar, bei Guild Wars 2 muss man aber Details reduzieren oder die Auflösung senken.
min. | mittel | hoch | max. | |
---|---|---|---|---|
Anno 2070 (2011) | 85.9 | 35.3 | 22.4 | |
Mass Effect 3 (2012) | 41.3 | 29.9 | 20.1 | |
Guild Wars 2 (2012) | 51.3 | 22.3 | 8.9 | |
Torchlight 2 (2012) | 80.3 | 65.2 | 50.4 | |
Fifa 13 (2012) | 265.8 | 149.2 | 113.5 | 62.5 |
Geräuschemissionen
Die ordentliche Spieleleistung führt glücklicherweise nur zu geringer Geräuschbelästigung - das große 17,3-Zoll-Gehäuse hilft hier, weil viel Platz vorhanden ist, um eine ausreichende Kühlung auch ohne laute Lüfter zu gewährleisten. So erreicht die absolut maximale Lautstärke nicht einmal 40 dB und auch wenn es nicht belastet wird, ist das Toshiba Satellite Pro L870-16P mit 34 dB zwar stets leicht hörbar, aber recht unaufdringlich.
Die Konkurrenz kann das nicht immer von sich behaupten: Das gleichstarke HP ProBook 4740s beispielsweise ist zwar im Idle-Betrieb ebenfalls sehr leise, wird aber unter Last mit 41,7 dB lauter. Bemängeln müssen wir bei unserem Testgerät allerdings das laute DVD-Laufwerk, das bei der DVD-Wiedergabe fast an die Maximallautstärke des Lüfters herankommt.
Lautstärkediagramm
Idle |
| 34 / 34.2 / 34.2 dB(A) |
HDD |
| 34 dB(A) |
DVD |
| 39.2 / dB(A) |
Last |
| 36.1 / 39.5 dB(A) |
| ||
30 dB leise 40 dB(A) deutlich hörbar 50 dB(A) störend |
||
min: , med: , max: Voltcraft sl-320 (aus 15 cm gemessen) |
Temperatur
Auch die Oberflächentemperaturen bleiben angenehm kühl: Maximal 43,7 Grad Celsius an der rechten Oberseite sind spürbar, aber keineswegs unangenehm. Sehr gut ist auch, dass das Notebook an der Unterseite stets sehr kühl bleibt, so kann man es auch ohne Probleme auf die Oberschenkel nehmen.
(±) Die maximale Temperatur auf der Oberseite ist 43.7 °C. Im Vergleich liegt der Klassendurchschnitt bei 36.9 °C (von 21.1 bis 71 °C für die Klasse Multimedia).
(+) Auf der Unterseite messen wir eine maximalen Wert von 37 °C (im Vergleich zum Durchschnitt von 39.2 °C).
(+) Ohne Last messen wir eine durchschnittliche Temperatur von 25.9 °C auf der Oberseite. Der Klassendurchschnitt erreicht 31.3 °C.
(+) Die Handballen und der Touchpad-Bereich erreichen maximal 35.4 °C und damit die typische Hauttemperatur und fühlen sich daher nicht heiß an.
(-) Die durchschnittliche Handballen-Temperatur anderer getesteter Geräte war 28.8 °C (-6.6 °C).
Lautsprecher
Die Stereolautsprecher oberhalb der Tastatur bilden kein Highlight des Toshiba Satellite Pro L870-16P, sie sind für ein Office-Gerät aber durchaus in Ordnung: Ordentliche Maximallautstärke, gute Mitten und Höhen, aber so gut wie überhaupt kein Bass. Für das eine oder andere Firmenvideo reichen die Lautsprecher. Wer aber wirklich Eindruck machen will, der sollte lieber ein externes Soundsystem anschließen.
Energieaufnahme
Wie schon erwähnt, kann die Grafikkarte nicht auf den energiesparendere On-Chip-Lösung umschalten, die der Intel Core i5-3210M mitbringt. Das macht sich im Energieverbrauch im Idle-Zustand bemerkbar: Hier braucht unser Testgerät mindestens 12,3 Watt, während beispielsweise das HP ProBook 4740s bei gleicher CPU mit nur 7,9 Watt auskommt. Das liegt wohl auch an der Grafikumschaltung, das System spart 4,4 Watt im Vergleich zu unserem Testgerät. Klingt erst mal nicht viel, sind aber bei einem 48 Wattstunden-Akku rein rechnerisch knapp 9 % mehr Laufzeit. Maximal liegt der Verbrauch unseres Testgerätes bei 64,7 Watt, das 90-Watt-Netzteil unseres Testgerätes wird also nicht ausgereizt. Auch hier ist das ProBook 4740s aber um 5 Watt sparsamer.
Aus / Standby | 0.2 / 0.4 Watt |
Idle | 12.3 / 16.4 / 17.8 Watt |
Last |
44.7 / 64.7 Watt |
Legende:
min: ,
med: ,
max: Voltcraft VC 940 |
Akkulaufzeit
Wieder ziehen wir das HP ProBook 4740s als Vergleich heran: Gleiche Ausstattung, Grafikumschaltung, aber auch ein stärkerer Akku. Der allein kann aber den Unterschied von über 8 Stunden bei der Akkulaufzeit im Leerlauf nicht ausmachen. Während die Akkuleistung mit 73 Wattstunden beim ProBook 4740s bei 152 % des Toshiba Satellite Pro L870-16P liegt, ist die Idle-Akkulaufzeit um 424 % höher. Die fehlende Grafikumschaltung unseres Testgeräts macht sich deutlich bemerkbar, unter Last gleichen sich die Laufzeiten dann nämlich an. Das Toshiba Satellite Pro L870-16P bekommt für die Akkulaufzeit seine schwächste Einzelwertung und fällt im Vergleich zu allen Vergleichsgeräten deutlich zurück.
Am Toshiba Satellite Pro L870-16P wird deutlich, wie sehr es sich lohnt, zeitgemäße Technik in seinen Geräten zu implementieren: Die automatische Umschaltung zwischen den Grafikkarten je nach Bedarf ist zudem eine der sinnvollsten Neuerungen im Laptopmarkt der letzten Jahre, und kann sogar klobige 17,3-Zöller mit leistungsstarken Grafikkarten zu Laufzeitriesen machen. Toshiba hat es bei diesem Gerät versäumt, diese Technik zu implementieren und muss dafür bei der Energieaufnahme und der Akkulaufzeit Federn lassen.
Bei einem 17,3-Zoll-Gerät ist nun aber die Akkulaufzeit nicht das entscheidende Kriterium, zumal das Testgerät mit seinem außentauglichen Bildschirm, der guten Anwendungs- und Spieleperformance, sowie den geringen Emmissionswerten bei Lautstärke und Wärme und seinen zwei USB-3.0-Ports durchaus zu überzeugen weiß. Das Design sollte man sich vor dem Kauf genauer ansehen, es ist Geschmackssache. Eine etwas bessere Verarbeitung, besonders im Bereich der wackligen Tastatur hätte Toshiba dem Gerät aber schon angedeihen lassen können.
Wem also die Laufzeit egal ist, wer das Design mag und sich über den entspiegelten Bildschirm freut, der kann sich mit dem Toshiba Satellite Pro L870-16P ein Gerät ins Büro holen, das grundlegende Office-Tätigkeiten zuverlässig und unauffällig erfüllt.