Test Lenovo ThinkPad T450s Ultrabook
Sie ist das Flagschiff der ThinkPad-Baureihe: Die T-Serie steht bei Lenovo seit Jahren für Business-Notebooks der Spitzenklasse. Verarbeitung, Zuverlässigkeit und Sicherheit genießen dabei höchste Priorität – nicht ohne Grund bewirbt der Hersteller diese Modelle selbstbewusst als Premium-Produkte.
Im Fokus des heutigen Tests steht das besonders leichte und mobile ThinkPad T450s, welches die Nachfolge des bereits im September 2013 präsentierten T440s antritt. Die relativ lange Wartezeit hängt mit der Verzögerung von Intels fünfter Core-Generation "Broadwell" zusammen, die erst seit Beginn dieses Jahres auf breiter Front erhältlich ist. Wie gehabt verbaut Lenovo ausschließlich sparsame 15-Watt-CPUs der Core-i5- und Core-i7-Klasse, dazu kommen je nach Konfiguration 4 bis 12 GB RAM und eine HDD oder SSD als Datenspeicher. Auch beim Display, den Funkmodulen oder der Akkukapazität kann der Käufer aus einer breiten Palette verschiedener Ausstattungsoptionen wählen – nachfolgend haben wir beispielhaft eine kleine Übersicht der hierzulande angebotenen Modelle zusammengestellt.
Bestückt mit einem Core i7-5600U samt 12 GB RAM, einer 360 GB großen SSD sowie einem IPS-basierten FullHD-Display tritt unser Testgerät zu einem Preis von etwa 1.400 Euro an. Diese Summe gilt allerdings nur im Rahmen des Lenovo-Campus-Programms, an dem unter anderem Schüler, Studenten und Lehrkräfte teilnehmen dürfen. Obwohl Betriebssystem und LTE-Modul fehlen, kann man hier mehrere hundert Euro gegenüber einem regulären Modell vergleichbarer Ausstattung sparen. Wem das zu happig erscheint: Für direkte Konkurrenten wie das Dell Latitude 14 E7450 oder HP EliteBook 840 G1 (dessen Broadwell-Nachfolger 840 G2 bereits in den Startlöchern steht) müssen Interessenten sehr ähnliche Summen einplanen.
Lesen sie auch: Test des ThinkPad T450s (Core i5-5200U, Nvidia GeForce 940M)
Konfigurationsübersicht (ohne Education-Rabatt, Auszug):
ThinkPad T450s (20BX0014GE) | ThinkPad T450s (20BX000XGE) | ThinkPad T450s (20BX0011GE) |
---|---|---|
Core i5-5200U | Core i5-5200U | Core i7-5600U |
4 GB RAM | 4 GB RAM | 8 GB RAM |
500 GB (SSHD) | 256 GB (SSD) | 256 GB (SSD) |
HD Graphics 5500 | HD Graphics 5500 | HD Graphics 5500 |
TN-Panel, 1.600 x 900 Pixel | IPS-Panel, 1.920 x 1.080 Pixel | IPS-Panel, 1.920 x 1.080 Pixel |
kein WWAN | UMTS/LTE | UMTS/LTE |
ab 1.100 Euro | ab 1.550 Euro | ab 1.850 Euro |
Gehäuse
Schon in der Vergangenheit hat Lenovo Design und Konstruktion der T400s-Serie nur behutsam modifiziert – in dieser Generation scheint sich der Hersteller sogar jegliche Änderungen gespart zu haben: Gewicht und Abmessungen entsprechen nahezu exakt denen des T440s, auch optisch lassen sich keine Unterschiede feststellen. Das funktional gestaltete Chassis mag zwar auf den ersten Blick den zweifelhaften Charme von einfachem Kunststoff versprühen, basiert jedoch auf einem hochwertigen Leichtmetall-Gerüst aus Aluminium und Magnesium. Der Displaydeckel wurde sogar zusätzlich mit Kohlefasern verstärkt.
All das führt dazu, dass das T450s zu den stabilsten Geräten seiner Klasse gehört. Basiseinheit und Anzeige widerstehen klaglos sowohl punktuellem Druck als auch Verwindungsversuchen, was man dem zierlichen Ultrabook zunächst gar nicht zutrauen würde. Anderen Umwelteinflüssen wie Temperatur- und Luftdruckschwankungen, Vibrationen, Feuchtigkeit oder Staub soll das ThinkPad ebenfalls trotzen können, was laut Lenovo in Tests nach militärischen Standards bestätigt wurde. Mit diesem Prädikat werben allerdings auch viele Kontrahenten.
Uns begeistern vor allem die praktischen Qualitäten des Gehäuses, die man erst nach und nach im Alltag entdeckt: So erweist sich die glatte Oberfläche als äußerst resistent gegenüber Fingerabdrücken und Kratzern, angesammelter Staub lässt sich – anders als bei einer Soft-Touch-Beschichtung – mit einem Wisch entfernen. Extrem flexible Metallscharniere ermöglichen es, das Display um mehr als 180 Grad zu öffnen; dabei hat der Hersteller den Widerstand genau so abgestimmt, dass weder der Deckel nachwippt noch die Basis bei einhändiger Bedienung vom Boden abhebt. Verarbeitungsmängel konnten wir, zumindest an unserem Testgerät, nicht entdecken.
Ausstattung
Lenovo zählt zu den letzten Herstellern, die noch immer am antiquierten VGA-Ausgang festhalten. Speziell für ältere Beamer wird diese Schnittstelle auch heute noch gelegentlich benötigt und erspart dem Anwender so das Mitführen zusätzlicher Adapter. Moderne Flachbildschirme steuert man dagegen besser per Mini-DisplayPort an, der nun auch 60 Hz bei 3.840 x 2.160 Pixeln beherrscht – das ging zuvor nur bei Modellen mit dedizierter Nvidia-GPU, andernfalls musste die Bildwiederholrate auf 30 Hz abgesenkt werden. Schade jedoch, dass das ThinkPad keinen zweiten digitalen Bildausgang wie HDMI bietet.
Die weitere Ausstattung entspricht mit drei USB-3.0-Ports (davon einer "always on"), Headset-Buchse, Ethernet sowie einem SD/MMC-Kartenleser dem üblichen Angebot dieser Klasse. Sollte die Auswahl einmal nicht genügen, lässt sich mittels Connector an der Unterseite eine zusätzliche Docking-Station anbinden. Sowohl das ThinkPad Pro Dock (ab 130 Euro) als auch das noch üppiger bestückte ThinkPad Ultra Dock (ab 150 Euro) sind mit diversen ThinkPads der Haswell- und Broadwell-Generation kombinierbar – wer also bereits beim T440s ein solches Dock erworben hat, kann dieses auch weiterhin verwenden.
Kommunikation
Während ein integriertes UMTS-/LTE-Modul nur bei einigen Konfigurationen im Preis inbegriffen ist, gehören Bluetooth 4.0 sowie WLAN stets zur Serienausstattung des T450s. Der von Intel stammende Adapter namens Wireless-AC 7265 beherrscht die Funkstandards 802.11a/b/g/n/ac und ist sowohl Dual-Stream- (2x2) als auch Dual-Band-fähig. In unserem Praxistest konnten wir über kurze Entfernung Datenraten von knapp 28 MB/s (802.11ac, 5 GHz) respektive gut 10 MB/s (802.11n, 2,4 GHz) ermitteln – kein schlechtes Ergebnis, allerdings haben wir mit dem gleichen Modul und unserem Test-Router TP-Link Archer C7 in der Vergangenheit auch schon wesentlich höhere Werte gemessen. Dafür erweisen sich Reichweite und Verbindungsstabilität als überdurchschnittlich gut, was im Alltag oftmals mehr zählt.
Anders als bei modernen Smartphones, die klassische Kompaktkameras mehr und mehr überflüssig machen, stagniert die Webcam-Qualität von Notebooks seit Jahren auf niedrigem Niveau. Unser ThinkPad bildet hier leider keine Ausnahme: Mit mageren 0,9 Megapixeln kann der Sensor nur wenige Details einfangen, zudem rauscht das Bild vor allem bei schwacher Beleuchtung sichtbar. Mehr Wert wurde auf das zugehörige Array-Mikrofon gelegt, welches mit exzellenter Sprachverständlichkeit überzeugt.
Sicherheit
Beim Diebstahl eines Firmen-Laptops verursacht meist nicht der Verlust des Gerätes selbst, sondern vielmehr die Sensibilität der darauf gespeicherten Daten den größten Schaden. Das T450s verfügt deshalb zum einen über physische Schutzmechanismen wie Kensington Lock, zum anderen aber auch über Features wie eine in Hardware verschlüsselbare Festplatte. Passwörter für BIOS und Systemstart sowie Smartcard-Reader und Fingerabdruckscanner sollen das mit einem TPM (TCG 1.2) ausgestattete System zusätzlich absichern. Kommt es dennoch einmal zum Verlust des Gerätes, lässt sich dieses mittels Anti-Theft/Computrace (kostenpflichter Zusatzvertrag erforderlich) aus der Ferne orten oder der Datenträger formatieren.
Zubehör
Erwirbt man das ThinkPad wie wir ohne Betriebssystem, verzichtet der Hersteller auf die Beigabe jeglicher Treiber-CDs. Die benötigte Software zur Inbetriebnahme eines nachträglich installierten Windows 7 Professional (wahlweise natürlich auch Windows 8.1) lässt sich auf Lenovos Support-Webseite jedoch schnell finden. Ansonsten entdecken wir in der Verpackung lediglich noch einige Broschüren sowie das kompakte 65-Watt-Netzteil – ein etwas dürftiger, prinzipiell aber ausreichender Lieferumfang.
Wartung
Auch ohne vorheriges Studium des bereitgestellten Hardware Maintenance Manuals lassen sich viele Wartungsaufgaben schnell und einfach durchführen. Zunächst müssen an der Unterseite insgesamt 10 Kreuzschlitzschrauben entfernt werden, um anschließend die eingeklippte Bodenplatte vorsichtig abheben zu können. Arbeitsspeicher (ein Slot, belegt), Datenträger (2,5", 7 Millimeter Bauhöhe), WLAN-Modul und der interne Akku sind nun ebenso zugänglich wie der einzige Lüfter des Gerätes. Zum Nachrüsten eines WWAN-Adapters steht ein freier M.2-Steckplatz samt vorverlegter Antennenkabel bereit; alternativ findet hier eine zweite SSD Platz.
Garantie
Business-typisch kommt das T450s mit einer 3-jährigen Herstellergarantie daher, die in Deutschland und Österreich sogar einen Vor-Ort-Service beinhaltet. Nach Eingabe der Seriennummer kann man online bei Lenovo den aktuellen Garantiestatus abfragen und gegebenenfalls ein kostenpflichtiges Upgrade erwerben. Die dafür fälligen Summen erscheinen in Relation zum Kaufpreis durchaus angemessen: Eine Verlängerung um ein Jahr ist bereits ab 83 Euro erhältlich, für eine Gesamtlaufzeit von 5 Jahren werden mindestens 168 Euro fällig.
Eingabegeräte
Tastatur
Die Qualität einer Tastatur wird sich nie vollkommen objektiv beurteilen lassen – bei bestimmten Eigenschaften entscheidet nun einmal auch der persönliche Geschmack, welche Umsetzung dem jeweiligen Anwender am besten gefällt. Dennoch gibt es Kriterien, an denen man ein gutes Eingabegerät messen kann: Verarbeitung und Stabilität, Präzision des Anschlags, Hubweg und Layout.
In fast all diesen Disziplinen heimst das spritzwassergeschützte ThinkPad-Keyboard Bestnoten ein. Kein anderer Konkurrent vermittelt bei jedem Tastendruck ein derart sattes, mechanisches Feedback, was vor allem auf den festen Druckpunkt sowie den überdurchschnittlich langen Hubweg zurückzuführen ist. Für manchen Vielschreiber mag allein das den Ausschlag bei der Kaufentscheidung geben. Die wenigen Kritikpunkte, die wir nach langer Suche finden konnten, sind dagegen eher kosmetischer Natur: So hätten einige Funktions- und Pfeiltasten gerne noch einen Hauch größer ausfallen können, zudem blendet die zweistufig regelbare Tastenbeleuchtung nachts gelegentlich etwas.
Touchpad und Trackpoint
Das 5,6 x 10 Zentimeter große Touchpad bietet reichlich Platz für verschiedene Multitouch-Gesten mit bis zu vier Fingern. Präzision und Ansprechverhalten können allerdings nur bei trockenen Händen vollends überzeugen, schweißnasse Fingerspitzen gleiten deutlich schwerer über die sehr glatte Eingabefläche. Beeindruckend: Von der Empfindlichkeit des Handballensensors bis hin zum erforderlichen Anpressdruck bei Eingaben lassen sich sämtliche Eigenschaften des Pads bis ins kleinste Detail anpassen. Bedauerlicherweise setzt Lenovo weiterhin auf ein sogenanntes Clickpad mit integrierten Maustasten, was eine Reihe von Nachteilen mit sich bringt. So reagiert das Pad in einigen Situationen nicht sofort auf den ersten Tastendruck, oder aber der zum Klicken abgelegte Finger löst versehentlich einen Multitouch-Befehl aus.
Zum Glück gibt es eine Möglichkeit, dieses Problem zu umgehen: Oberhalb der Eingabefläche befinden sich die sanft auslösenden Knöpfe des Trackpoints, die durchaus zweckentfremdet in Kombination mit dem Touchpad genutzt werden können. Hat man sich mit dieser Lösung erst einmal angefreundet, geht die Arbeit mit dem ThinkPad wieder schnell und zuverlässig von der Hand. Alternativ kann man natürlich auch komplett auf den präzisen Trackpoint umsteigen und das Pad links liegen lassen.
Display
Abhängig von der gewählten Konfiguration stellt das 14,0 Zoll große Display des T450s entweder 1.600 x 900 oder 1.920 x 1.080 Bildpunkte dar, was einer Pixeldichte von 131 respektive 157 ppi entspricht. Schon allein aufgrund der zusätzlichen Arbeitsfläche würden wir zum hier getesten FullHD-Modell raten, welches darüber hinaus mit weiteren Vorzügen besticht: In puncto Helligkeit (300 statt 250 cd/m²) und Kontrastverhältnis (700:1 statt 400:1) schneidet das teurere Display laut Datenblatt deutlich besser ab, zudem verspricht das IPS-Panel – die WXGA++-Version basiert auf der TN-Technik – stabilere Blickwinkel. Das gleiche FullHD-Display wird auch in einer Touchscreen-Variante angeboten, die allerdings gut 2 Millimeter dicker, über 200 Gramm schwerer sowie etwas dunkler (Herstellerangabe 264 cd/m²) ausfällt.
Mit gemessenen 268 cd/m² verfehlt unser Testgerät knapp die von Lenovo beworbene Maximalhelligkeit. Da die Konkurrenz jedoch auch keine wesentlich höhere Leuchtdichte erreicht und Werte von über 250 cd/m² in Innenräumen kaum benötigt werden, sollte dies kein allzu großes Problem darstellen. Viel wichtiger ist eine gleichmäßige Ausleuchtung ohne störende Lichthöfe, die wir dem ThinkPad zumindest subjektiv attestieren können. Die leichte Wolkenbildung auf dem nebenstehenden Foto erkennt man mit bloßem Auge praktisch nicht.
|
Ausleuchtung: 91 %
Helligkeit Akku: 273 cd/m²
Kontrast: 1110:1 (Schwarzwert: 0.245 cd/m²)
ΔE Color 4.35 | 0.5-29.43 Ø4.93
ΔE Greyscale 3.7 | 0.5-98 Ø5.2
83.5% sRGB (Argyll 1.6.3 3D)
54.7% AdobeRGB 1998 (Argyll 1.6.3 3D)
61.2% AdobeRGB 1998 (Argyll 2.2.0 3D)
83.8% sRGB (Argyll 2.2.0 3D)
64.8% Display P3 (Argyll 2.2.0 3D)
Gamma: 2.68
Lenovo ThinkPad T450s | Dell Latitude E7450 | HP EliteBook 840 G1 | Toshiba Tecra Z40t-A1410 | |
---|---|---|---|---|
Display | 8% | -31% | 2% | |
Display P3 Coverage | 64.8 | 66.6 3% | 41.65 -36% | 66.5 3% |
sRGB Coverage | 83.8 | 92.4 10% | 62.3 -26% | 84.8 1% |
AdobeRGB 1998 Coverage | 61.2 | 67.7 11% | 43.08 -30% | 61.9 1% |
Bildschirm | -1% | -70% | -4% | |
Helligkeit Bildmitte | 272 | 280 3% | 280 3% | 281.5 3% |
Brightness | 268 | 257 -4% | 280 4% | 273 2% |
Brightness Distribution | 91 | 75 -18% | 87 -4% | 76 -16% |
Schwarzwert * | 0.245 | 0.3 -22% | 0.69 -182% | 0.236 4% |
Kontrast | 1110 | 933 -16% | 406 -63% | 1193 7% |
Delta E Colorchecker * | 4.35 | 3.45 21% | 9.41 -116% | 4.9 -13% |
Delta E Graustufen * | 3.7 | 3.35 9% | 10.19 -175% | 4.63 -25% |
Gamma | 2.68 82% | 2.37 93% | 2.49 88% | 2.41 91% |
CCT | 6076 107% | 6940 94% | 12671 51% | 6004 108% |
Farbraum (Prozent von AdobeRGB 1998) | 54.7 | 60 10% | 40 -27% | 57.29 5% |
Color Space (Percent of sRGB) | 83.5 | 92 10% | ||
Durchschnitt gesamt (Programm / Settings) | 4% /
1% | -51% /
-59% | -1% /
-3% |
* ... kleinere Werte sind besser
Das von LG gefertigte Display basiert, wie bereits angesprochen, auf der kontraststarken IPS-Technik. Selbst bei voll aufgedrehter Hintergrundbeleuchtung wirken schwarze Flächen nie gräulich oder blass, was dem T450s zu einem sehr satten Bildeindruck verhilft. Qualitativ vergleichbare Anzeigen werden auch im Latitude 14 E7450 oder Toshiba Tecra Z40t verbaut, das EliteBook 840 G1 konnten wir bislang nur als TN-Modell testen (FullHD-IPS-Display optional verfügbar).
Bereits mit Werksprofil gibt es an der Farb- (Delta E 4,35) und Graustufenwiedergabe (Delta E 3,7) nicht viel zu meckern. Unsere routinemäßig durchgeführte Kalibrierung verbessert vor allem die RGB-Balance und nähert die Farbtemperatur den gewünschten 6.500 K an, aber auch die Delta-E-Abweichungen gehen noch etwas weiter zurück. Problematisch bleibt die Darstellung einiger Gelb- und Orange-Töne. Für Grafikdesign und Fotobearbeitung auf professionellem Niveau führt angesichts des begrenzten Farbumfangs (54,7 % AdobeRGB, 84 % sRGB) (Korrektur 20.5.2015 zufolge fehlerhaften Referenz-sRGB-Profils) ohnehin kein Weg an einem externen Monitor vorbei.
Im Außeneinsatz schlägt sich das helle und entspiegelte Display recht wacker und bleibt in den meisten Situationen problemlos ablesbar. Einzig den Kampf gegen direktes Sonnenlicht kann das T450s nicht gewinnen – hierfür wäre ein noch kräftigeres Backlight mit weit über 300 cd/m² nötig. Wer häufig unter freiem Himmel arbeitet, sollte außerdem einen Bogen um das dunklere WXGA-++-Panel sowie das nicht gänzlich matte Touchscreen-Modell machen.
Dank IPS-Technik bekommt der Anwender auch aus schrägen Blickwinkeln ein kontrastreiches und unverfälschtes Bild zu sehen. Dies ist vor allem dann praktisch, wenn mehrere Nutzer gleichzeitig den Bildschirm betrachten oder der Anstellwinkel des Deckels nicht nach jeder Kopfbewegung neu justiert werden soll. Insbesondere vertikale Abweichungen werden von vielen preiswerten TN-Panels umgehend mit Farbinvertierungen und anderen Bildfehlern quittiert.
Leistung
Der Anfang Januar vorgestellte Intel Core i7-5600U repräsentiert den derzeit schnellsten Prozessor der 15-Watt-Kategorie. Dank hochmoderner 14-Nanometer-Fertigung erreicht die Dual-Core-CPU einen beeindruckenden Basistakt von 2,6 GHz – 500 MHz mehr als der bisherige Spitzenreiter Core i7-4600U (Haswell). Mittels Turbo Boost kann die Frequenz sogar auf bis zu 3,2 GHz (1 Kern) respektive 3,1 GHz (2 Kerne) anwachsen. Sieht man einmal von der um rund 5 Prozent gesteigerten Pro-MHz-Leistung ab, bietet die neue Broadwell-Architektur ansonsten nur wenig Neues: Die Größen der einzelnen Cache-Stufen hat Intel ebensowenig angetastet wie die meisten Features, zu denen unter anderem die seit mehreren Jahren bekannte Hyper-Threading-Technik gehört. Der Hersteller selbst bezeichnet den Chip darum als sogenannten "Tick" – eine leicht optimierte Neuauflage der vorherigen Generation in einem verkleinerten Fertigungsprozess.
Die im Prozessor integrierte HD Graphics 5500 verfügt über 24 Execution Units, die mit 300 bis 950 MHz takten. Sonderlich große Leistungssteigerungen gegenüber der HD Graphics 4400 des Vorgängers (20 EUs, 200 bis 1.100 MHz) sind deshalb nicht zu erwarten, immerhin unterstützt die GPU aber nun den aktuellen DirectX-11.2-Standard. Lenovos Datenblätter erwähnen übrigens auch die Option auf eine dedizierte GeForce 940M; diese GPU wurde bislang jedoch noch nicht offiziell von Nvidia vorgestellt, sodass entsprechende Konfigurationen noch etwas auf sich warten lassen dürften.
Von den insgesamt 12 GB DDR3L-1600 unseres Probanden sind 4 GB fest auf dem Board verlötet, weitere 8 GB stecken im einzigen Speicherslot des Notebooks. Diese Lösung bringt leider gleich zwei Nachteile mit sich: Zum einen können so nicht mehr als die bereits vorhandenen 12 GB RAM verbaut werden, zum anderen arbeitet der Speichercontroller durch die asymmetrische Bestückung nur teilweise im schnellen Dual-Channel-Modus. In der Praxis sollte dies aber kaum Performance-Einbußen hervorrufen. Für Anwendungs- und Nutzerdaten steht eine 360 GB große SSD zur Verfügung.
Prozessor
Die von Intel definierten Turbo-Taktraten des Core i7-5600U stellen lediglich eine Obergrenze dar – ob und wie lange diese in realen Anwendungen wirklich anliegen, wird durch weitere Parameter wie Leistungsaufnahme und Kerntemperatur determiniert. Broadwell-Chips profitieren hierbei von ihrer fortschrittlichen 14-Nanometer-Fertigung, die bei gleichem Verbrauch höhere Frequenzen als der vorherige 22-Nanometer-Prozess gestattet.
Dennoch: Zumindest bei Multi-Threading kann auch der i7-5600U seine vollen 3,1 GHz nicht konstant halten. Nach etwa 30 Sekunden fällt die Frequenz im Cinebench R11.5 auf 2,8 GHz ab, um die TDP – die nur kurzzeitig überschritten werden darf – einzuhalten. Bei Auslastung eines Kerns sind solche Maßnahmen nicht erforderlich, da der Verbrauch selbst bei 3,2 GHz stets klar unter den zulässigen 15 Watt bleibt. Unterschiede zwischen Netz- und Akkubetrieb konnten wir nicht feststellen.
Unterm Strich distanziert der Core i7-5600U den i7-4600U um durchschnittlich 10 bis 15 Prozent; in kurzen Single-Thread-Benchmarks fällt der Vorsprung meist geringer, bei anhaltender Volllast auf beiden Kernen tendenziell etwas höher aus. Preisbewussten Käufern würden wir allerdings eher den ebenfalls neuen Core i5-5300U ans Herz legen, der sich auf dem Niveau des alten Core i7 einordnet – praktisch wird man die Leistungsdifferenz ohnehin kaum spüren.
Cinebench R11.5 | |
CPU Single 64Bit (nach Ergebnis sortieren) | |
Lenovo ThinkPad T450s | |
Dell Latitude E7450 | |
HP EliteBook 840 G1 | |
Toshiba Tecra Z40t | |
Lenovo Thinkpad T440s | |
CPU Multi 64Bit (nach Ergebnis sortieren) | |
Lenovo ThinkPad T450s | |
Dell Latitude E7450 | |
HP EliteBook 840 G1 | |
Toshiba Tecra Z40t | |
Lenovo Thinkpad T440s |
X264 HD Benchmark 4.0 | |
Pass 1 (nach Ergebnis sortieren) | |
Lenovo ThinkPad T450s | |
Dell Latitude E7450 | |
HP EliteBook 840 G1 | |
Toshiba Tecra Z40t | |
Pass 2 (nach Ergebnis sortieren) | |
Lenovo ThinkPad T450s | |
Dell Latitude E7450 | |
HP EliteBook 840 G1 | |
Toshiba Tecra Z40t |
TrueCrypt | |
AES Mean 100MB (nach Ergebnis sortieren) | |
Lenovo ThinkPad T450s | |
Dell Latitude E7450 | |
HP EliteBook 840 G1 | |
Toshiba Tecra Z40t | |
Twofish Mean 100MB (nach Ergebnis sortieren) | |
Lenovo ThinkPad T450s | |
Dell Latitude E7450 | |
HP EliteBook 840 G1 | |
Toshiba Tecra Z40t | |
Serpent Mean 100MB (nach Ergebnis sortieren) | |
Lenovo ThinkPad T450s | |
Dell Latitude E7450 | |
HP EliteBook 840 G1 | |
Toshiba Tecra Z40t |
Massenspeicher
Genau wie im kleineren ThinkPad X250 steckt auch im T450s eine 360 GB große 2,5-Zoll-SSD von Intel. Der Datenträger aus der SSD-Pro-2500-Serie basiert auf dem nicht mehr ganz taufrischen Sandforce-Controller SF-2281 in Kombination mit MLC-NAND (20 Nanometer) von SK Hynix.
Betrachtet man nur die Performance, hinterlässt die SSD einen recht durchwachsenen Eindruck: Während die sequenziellen Lese- (490 MB/s) und Schreibraten (265 MB/s) recht ordentlich ausfallen, schwächelt das Laufwerk bei 4K-Dateien. Einige Konkurrenten von Samsung und anderen Herstellern schreiben kleine Files teilweise um Faktor 5 bis 6 schneller als das Intel-Modell, welches in diesem Test nur 14,6 MB/s schafft.
Die Stärken der SSD Pro 2500 liegen eher in anderen Bereichen: 5 Jahre Garantie bei einer täglichen Schreibleistung von 20 GB pro Tag versprechen eine hohe Ausfallsicherheit, Sicherheits-Features wie die hardwarebasierte 256-Bit-AES-Verschlüsselung (inklusive Support für TCG Opal 2.0 und Microsoft eDrive) unterstreichen die Business-Ausrichtung.
System Performance
Erwartungsgemäß erweist sich das ThinkPad im Alltag als überaus performantes Arbeitsgerät. Einfache Officeanwendungen fordern das System selbst bei exzessivem Multitasking kaum heraus – hier zahlt sich neben dem stattlichen Speicherausbau vor allem der starke Prozessor aus, der bei nur 15 Watt TDP fast die gleiche Leistung wie der 37-Watt-Chip Core i7-3520M (Ivy Bridge) im Vor-Vorgänger T430s abliefert. So beeindruckend diese Effizienzsteigerung erscheinen mag: Andersherum betrachtet bedeutet dies auch, dass die T400s-Serie in den vergangenen Jahren kaum schneller, sondern vor allem sparsamer und mobiler geworden ist.
Die in synthetischen Benchmarks nicht unbedingt überzeugende SSD zeigt im Alltag keine erkennbaren Schwächen und sorgt für rasante Installationen und Ladezeiten. Windows 7 Professional ist nach einem Kaltstart in weniger als 25 Sekunden betriebsbereit, aus dem Standby-Zustand erwacht das System in etwa 2 Sekunden. Wer lieber auf das modernere Windows 8.1 setzt, dürfte sich über noch kürzere Bootzeiten freuen können.
Auf vielfachen Wunsch hin haben wir auch einen kurzen Funktionstest mit Linux, genauer gesagt der aktuellen Ubuntu-Version 14.04.2 (64 Bit), durchgeführt. Die Inbetriebnahme des Live-Systems gestaltet sich denkbar einfach: Image herunterladen und auf einen USB-Stick kopieren, Notebook neustarten, dann mittels Enter und F12 das entsprechende Bootmedium auswählen. Alles Weitere klappt fast wie von selbst, sogar die meisten Sondertasten (Lautstärke, Displayhelligkeit) und WLAN funktionieren "out-of-the-box". Probleme bereiten lediglich die dedizierten Trackpoint-Tasten, die von Ubuntu nicht selbsttätig erkannt werden.
PCMark 7 - Score (nach Ergebnis sortieren) | |
Lenovo ThinkPad T450s | |
Dell Latitude E7450 | |
HP EliteBook 840 G1 | |
Toshiba Tecra Z40t | |
Lenovo Thinkpad T440s |
PCMark 8 | |
Home Score Accelerated v2 (nach Ergebnis sortieren) | |
Lenovo ThinkPad T450s | |
Dell Latitude E7450 | |
HP EliteBook 840 G1 | |
Creative Score Accelerated v2 (nach Ergebnis sortieren) | |
Lenovo ThinkPad T450s | |
Dell Latitude E7450 | |
HP EliteBook 840 G1 | |
Work Score Accelerated v2 (nach Ergebnis sortieren) | |
Lenovo ThinkPad T450s | |
Dell Latitude E7450 | |
HP EliteBook 840 G1 | |
Storage Score (nach Ergebnis sortieren) | |
Lenovo ThinkPad T450s | |
Dell Latitude E7450 | |
HP EliteBook 840 G1 |
PCMark 7 Score | 4797 Punkte | |
PCMark 8 Home Score Accelerated v2 | 3270 Punkte | |
PCMark 8 Creative Score Accelerated v2 | 3613 Punkte | |
PCMark 8 Work Score Accelerated v2 | 4394 Punkte | |
Hilfe |
Grafikkarte
Trotz eines Leistungszuwachses von etwa 20 bis 30 Prozent auf die HD Graphics 4400 (Haswell) erreicht die neue HD Graphics 5500 kaum das Niveau dedizierter Low-End-Beschleuniger. Schon eine GeForce GT 730M, die optional im ThinkPad T440s angeboten wurde, rechnet im synthetischen 3DMark gut 30 Prozent schneller. Die für das T450s in Aussicht gestellte GeForce 940M dürfte die integrierte GPU sogar um Faktor 2 übertreffen.
Gleichwohl wollen wir die HD 5500 nicht schlechter machen, als sie in Wahrheit ist: Anders als noch vor einigen Jahren bewältigt Intels Grafiklösung nicht nur übliche Desktop-Programme, sondern auch so manche 3D-Anwendung in zufriedenstellender Geschwindigkeit. Selbst einfache CAD-Projekte in Catia oder SolidWorks sind dank teils erstaunlicher Performance-Steigerungen (bis zu 125 Prozent Plus auf die HD 4400) nun kein Problem mehr – offensichtlich haben neben der Hardware auch die Treiber gewaltige Fortschritte gemacht.
Die Multimediafähigkeiten der GPU beschränken sich nicht nur auf die flüssige Wiedergabe hochauflösender 4K-Trailer: Mittels Quick Sync kann der Chip auch das En- und Transcoding von Videos drastisch beschleunigen. Dies entlastet die CPU und hilft dabei, die Leistungsaufnahme zu senken. H.265-Material kann Broadwell leider nur mit Hilfe der Shadereinheiten verarbeiten, ein effizienterer Fixed-Function-Decoder hält vermutlich erst mit Skylake Einzug.
3DMark 11 | |
1280x720 Performance (nach Ergebnis sortieren) | |
Lenovo ThinkPad T450s | |
Fujitsu Celsius H730 | |
Lenovo ThinkPad T440s | |
HP EliteBook 840 G1 | |
1280x720 Performance GPU (nach Ergebnis sortieren) | |
Lenovo ThinkPad T450s | |
Fujitsu Celsius H730 | |
Lenovo ThinkPad T440s | |
HP EliteBook 840 G1 |
3DMark | |
1280x720 Ice Storm Standard Score (nach Ergebnis sortieren) | |
Lenovo ThinkPad T450s | |
Fujitsu Celsius H730 | |
Lenovo ThinkPad T440s | |
HP EliteBook 840 G1 | |
1280x720 Cloud Gate Standard Score (nach Ergebnis sortieren) | |
Lenovo ThinkPad T450s | |
Fujitsu Celsius H730 | |
Lenovo ThinkPad T440s | |
HP EliteBook 840 G1 | |
1920x1080 Fire Strike Score (nach Ergebnis sortieren) | |
Lenovo ThinkPad T450s | |
Fujitsu Celsius H730 | |
Lenovo ThinkPad T440s | |
HP EliteBook 840 G1 |
SPECviewperf 12 | |
1900x1060 Catia (catia-04) (nach Ergebnis sortieren) | |
Lenovo ThinkPad T450s | |
Fujitsu Celsius H730 | |
HP EliteBook 840 G1 | |
1900x1060 Creo (creo-01) (nach Ergebnis sortieren) | |
Lenovo ThinkPad T450s | |
Fujitsu Celsius H730 | |
HP EliteBook 840 G1 | |
1900x1060 Energy (energy-01) (nach Ergebnis sortieren) | |
Lenovo ThinkPad T450s | |
Fujitsu Celsius H730 | |
HP EliteBook 840 G1 | |
1900x1060 Maya (maya-04) (nach Ergebnis sortieren) | |
Fujitsu Celsius H730 | |
HP EliteBook 840 G1 | |
1900x1060 Medical (medical-01) (nach Ergebnis sortieren) | |
Lenovo ThinkPad T450s | |
Fujitsu Celsius H730 | |
HP EliteBook 840 G1 | |
1900x1060 Showcase (showcase-01) (nach Ergebnis sortieren) | |
Lenovo ThinkPad T450s | |
Fujitsu Celsius H730 | |
HP EliteBook 840 G1 | |
1900x1060 Siemens NX (snx-02) (nach Ergebnis sortieren) | |
Lenovo ThinkPad T450s | |
Fujitsu Celsius H730 | |
HP EliteBook 840 G1 | |
1900x1060 Solidworks (sw-03) (nach Ergebnis sortieren) | |
Lenovo ThinkPad T450s | |
Fujitsu Celsius H730 | |
HP EliteBook 840 G1 |
3DMark 06 Standard Score | 7950 Punkte | |
3DMark Vantage P Result | 4938 Punkte | |
3DMark 11 Performance | 1251 Punkte | |
3DMark Ice Storm Standard Score | 55793 Punkte | |
3DMark Cloud Gate Standard Score | 5782 Punkte | |
3DMark Fire Strike Score | 753 Punkte | |
Hilfe |
Gaming Performance
Ein ThinkPad dient in erster Linie als Arbeitsgerät, weshalb wir das Thema Spiele in diesem Test nur am Rande beleuchten wollen. Ohnehin eignet sich die HD Graphics 5500 nicht für moderne und grafisch aufwändige Titel wie Far Cry 4, doch werden zumindest einfache Casual-Games à la Dota 2 oder Tomb Raider in niedrigen bis mittleren Einstellungen flüssig dargestellt. Zur besseren Einordnung der Performance haben wir das T450s im nachfolgenden Diagramm dem Latitude E7450 (HD 5500, Single-Channel), EliteBook 840 G1 (HD 4400, Dual-Channel) sowie einem preiswerten Multimedia-Notebook von Asus (GeForce 820M) gegenübergestellt.
Tomb Raider - 1366x768 Normal Preset AA:FX AF:4x (nach Ergebnis sortieren) | |
Lenovo ThinkPad T450s-20BWS03F00 | |
Dell Latitude E7450 | |
HP EliteBook 840 G1 | |
Asus X550LD-XX023H |
Dota 2 - 1366x768 Medium / On, Render Quality: 70 % (nach Ergebnis sortieren) | |
Lenovo ThinkPad T450s-20BWS03F00 | |
Dell Latitude E7450 | |
HP EliteBook 840 G1 | |
Asus X550LD-XX023H |
min. | mittel | hoch | max. | |
---|---|---|---|---|
Tomb Raider (2013) | 61.8 | 30.4 | 19.3 | 9.9 |
Metro: Last Light (2013) | 19.7 | 17.5 | 12.2 | 6 |
Dota 2 (2013) | 74 | 42 | 21.9 | |
F1 2014 (2014) | 54 | 33 | 23 | 13 |
Evolve (2015) | 13.8 | 10.2 | 6 |
Emissionen
Geräuschemissionen
Unterhalb einer CPU-Temperatur von etwa 60 Grad Celsius schaltet sich der integrierte Lüfter ab und das Notebook arbeitet vollkommen lautlos (grüne Kurve). Dieser Grenzwert wird in der Regel weder bei Office-Tätigkeiten noch leichtem Browsing überschritten.
Längere Volllast-Phasen (gelbe Kurve) treiben das Betriebsgeräusch auf gut 34 dB(A), was noch immer als recht leise bezeichnet werden kann. Unsere Messungen zeigen eine mittel- bis hochfrequente Lüftercharakteristik mit einem Peak um etwa 2 kHz, der sich beim Aktivieren des "Turbo Boost+"-Modus im Lenovo Energie-Manager (rote Kurve) leicht nach oben verschiebt. Mehr Leistung oder signifikant niedrigere Hardwaretemperaturen bringen diese Option allerdings nicht mit sich, dafür aber einen erheblichen Lautstärkeanstieg auf knapp über 40 dB(A).
Hinweis: Die Pegel im nebenstehenden Frequenzgang sind aufgrund des abweichenden Messaufbaus nicht mit den Werten der Lautstärkemessung vergleichbar.
Lautstärkediagramm
Idle |
| 29.1 / 29.1 / 29.1 dB(A) |
Last |
| 34.3 / 34.8 dB(A) |
| ||
30 dB leise 40 dB(A) deutlich hörbar 50 dB(A) störend |
||
min: , med: , max: Voltcraft SL-451 (aus 15 cm gemessen) |
Temperatur
Beeindruckend: Selbst nach einer Stunde in unserem Stresstest (Prime95 und FurMark) erwärmt sich die Oberfläche des Gehäuses an keiner Stelle über 37 °C. Angesichts der niedrigen Geräuschkulisse spricht das für ein höchst effizientes Kühlsystem.
Auch der Core i7-5600U bleibt von bedenklichen Kerntemperaturen verschont und pendelt sich je nach Situation bei maximal 65 (Stresstest) bis 75 °C (nur Prime95) ein. Durch die niedrige TDP-Einstufung muss der Chip bei kombinierter CPU- und GPU-Belastung dennoch leicht throtteln (1,5 GHz CPU-Takt, 750 MHz GPU-Takt), was im ULV-Segment aber absolut normal ist. Ein direkt im Anschluss durchgeführter Benchmark zeigte keinerlei Leistungsverluste.
(+) Die maximale Temperatur auf der Oberseite ist 35.1 °C. Im Vergleich liegt der Klassendurchschnitt bei 34.3 °C (von 21.2 bis 62.5 °C für die Klasse Office).
(+) Auf der Unterseite messen wir eine maximalen Wert von 36.6 °C (im Vergleich zum Durchschnitt von 36.8 °C).
(+) Ohne Last messen wir eine durchschnittliche Temperatur von 24.9 °C auf der Oberseite. Der Klassendurchschnitt erreicht 29.5 °C.
(+) Die Handballen und der Touchpad-Bereich sind mit gemessenen 29.5 °C kühler als die typische Hauttemperatur und fühlen sich dadurch kühl an.
(±) Die durchschnittliche Handballen-Temperatur anderer getesteter Geräte war 27.7 °C (-1.8 °C).
Lautsprecher
Von den Stereolautsprechern des T450s sollte man besser nicht allzu viel erwarten, glänzen diese doch weder mit ausgeprägten Pegelreserven (max. 77 dB(A) aus 15 cm) noch tonaler Ausgewogenheit. Die von uns aufgenommenen pink-noise-Frequenzgänge (Hellblau: mittlere Lautstärke, Dunkelblau: maximale Lautstärke) zeigen schon unterhalb von 1 kHz einen starken Pegelabfall, Frequenzen kleiner als etwa 250 Hz können praktisch gar nicht mehr wiedergegeben werden. Doch auch im Hochtonbereich schwächeln die Boxen und bleiben weit von dem eigentlich gewünschten, linearen Kurvenverlauf entfernt. Subjektiv würden wir den Sound als flach und kraftlos bezeichnen – zur Untermalung eines Videos reicht das Gebotene, Musik will man damit aber nicht hören.
Zu Vergleichszwecken haben wir zusätzlich ein preiswertes 2.1-System (Logitech X-230, rote Kurve) mit in das Diagramm aufgenommen.
Energieverwaltung
Energieaufnahme
Gegenüber dem Vorgänger ist die Leistungsaufnahme im Leerlauf um etwa 0,5 Watt auf nunmehr 2,9 bis 7,9 Watt zurückgegangen – ob dies allerdings nur auf die neue CPU-Plattform oder auch sonstige Ausstattungsunterschiede zurückzuführen ist, lässt sich nur schwer beantworten. Insgesamt gibt sich das T450s ein wenig genügsamer als das Latitude 14 E7450 (4,0 bis 9,0 Watt) und das EliteBook 840 G1 (4,3 bis 9,3 Watt).
Wer es darauf anlegt, kann den Maximalverbrauch mit Hilfe synthetischer Tools bis auf knapp 49 Watt in die Höhe treiben. Sobald nach jedoch etwa einer halben Minute die TDP-Abregelung des Prozessors greift, sinkt dieser Wert auf die für ULV-Hardware-typischen rund 30 Watt ab. Dank des großzügig dimensionierten 65-Watt-Netzteils kann der Akkuverbund sogar unter Volllast zügig geladen werden.
Aus / Standby | 0 / 0.1 Watt |
Idle | 2.9 / 6.6 / 7.9 Watt |
Last |
30.8 / 48.8 Watt |
Legende:
min: ,
med: ,
max: Extech Power Analyzer 380803 |
Akkulaufzeit
Lenovos T-Serie verwendet genau wie das kürzlich getestete ThinkPad X250 das sogenannte "Power Bridge"-System, welches sich aus zwei separaten Einzelakkus zusammensetzt. Einer der beiden Energiespeicher befindet sich dabei im Gehäuseinneren und fasst stets 24 Wh, ein weiterer 24-Wh-Akku (optional 48 oder 72 Wh) wird hinten in das Gerät gesteckt und kann im Betrieb getauscht werden. Insgesamt stehen unserem T450s damit 48 Wh zur Verfügung, etwas weniger als dem Latitude (54 Wh) oder EliteBook (50 Wh).
Im Battery Eater Reader's Test (Energiesparmodus, minimale Helligkeit, Funkmodule aus) kann das ThinkPad diesen Nachteil noch recht gut kaschieren und erreicht mit knapp 13 Stunden eine ähnliche Laufzeit wie die Konkurrenz.
Einen realistischen Anhaltspunkt für den Alltagsbetrieb liefern unsere WLAN- und H.264-Tests, die bei einer mittleren Bildhelligkeit von rund 150 cd/m² durchgeführt werden. Mit etwas mehr als 5 Stunden Ausdauer schneidet das T450s hier nur durchschnittlich ab, insbesondere im Vergleich mit dem ebenfalls Broadwell-basierten E7450. Möglicherweise profitiert das Latitude dabei von einer effizienteren Energieverwaltung seines modernen Windows-8.1-Betriebssystems.
Unter Volllast, simuliert mit Hilfe des Battery Eater Classic Tests (Höchstleistung, maximale Helligkeit, Funkmodule an), geht dem T450s nach etwa eineinhalb Stunden die Puste aus. Anschließend verstreichen rund 3 Stunden, bis die Akkus wieder vollständig geladen sind.
Lenovo ThinkPad T450s-20BWS03F00 48 Wh | Dell Latitude E7450 54 Wh | HP EliteBook 840 G1 50 Wh | Lenovo Thinkpad T440s 20AQ0069GE 96 Wh | |
---|---|---|---|---|
Akkulaufzeit | 31% | 7% | 127% | |
Idle | 774 | 714 -8% | 778 1% | 1695 119% |
H.264 | 322 | 452 40% | 296 -8% | 670 108% |
WLAN (alt) | 336 | 459 37% | 364 8% | 750 123% |
WLAN | 276 | 422 53% | ||
Last | 88 | 115 31% | 112 27% | 225 156% |
Fazit
Mit dem ThinkPad T450s bringt Lenovo einen würdigen Nachfolger des erfolgreichen T440s auf den Markt, der jedoch kaum echte Innovationen zu bieten hat. Egal ob Gehäuse, Tastatur oder Schnittstellen – weite Teile des Notebooks wurden offenbar unverändert vom Vorgänger übernommen.
Was zunächst nach Kritik klingt, ist jedoch nicht unbedingt als solche zu verstehen: Weder das gleichermaßen stabile wie leichtgewichtige Chassis noch das hervorragende ThinkPad-Keyboard haben einer Überarbeitung bedurft. Auch in vielen anderen Disziplinen glänzt das T450s mit gewohnt tadellosen Leistungen, beginnend von der umfangreichen Sicherheitsausstattung über das kontraststarke Display bis hin zu den beeindruckend niedrigen Geräusch- und Temperaturemissionen. Dennoch geizt der 14-Zöller nicht mit Performance und meistert selbst anspruchsvolle Anwendungen oder Multitasking.
Die modifizierte UltraNav-Einheit bestehend aus Trackpoint und Touchpad dürfte wohl auch weiterhin für Diskussionen sorgen, stellt aber in jedem Fall einen Fortschritt im Vergleich zur bisherigen Lösung dar. Trotzdem wünschen wir uns für ein kommendes T460s wieder ausschließlich dedizierte Maustasten. Des Weiteren wäre es schön, wenn Lenovo einem High-End-Produkt zwei vollwertige Speicherslots spendieren würde – die Beschränkung auf maximal 12 GB RAM könnte so manchen Enthusiasten abschrecken.
Ungeachtet der genannten Kritikpunkte ergibt sich ein mehr als überzeugendes Gesamtpaket, was von uns dementsprechend mit einem "Sehr Gut" als Endnote honoriert wird. Leider dämpft der hohe Preis die Euphorie ein wenig – für Schnäppchenjäger lohnt deshalb nicht nur ein Blick auf die Konkurrenz, sondern auch auf das demnächst auslaufende Vorgängermodell.