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Test Xiaomi Mi 9 Smartphone

Günstiges Flaggschiff.

Mit dem Mi 9 macht sich Xiaomi unmöglich, zumindest bei anderen Herstellern: Nur 450 Euro kostet das neue Xiaomi-Flaggschiff, entpuppt sich im Test aber als einer der schnellsten Androiden. Mit einer 48 MP Triple-Kamera, UFS-2.1-Speicher, Glasgehäuse und AMOLED-Display gibt es dazu noch eine Top-Ausstattung.

Das neue Flaggschiff-Smartphone von Xiaomi heißt Mi 9 und bringt die Konkurrenz mächtig in Verlegenheit. Anders als Samsung, Huawei und speziell Apple folgt der chinesische Hersteller nämlich nicht dem Trend, seine High-End-Modelle möglichst teuer zu verkaufen, sondern schlägt genau den entgegengesetzten Weg ein.

Das Mi 9 gibt es bereits für rund 450 Euro – für ein Smartphone nicht wenig Geld, für eines der derzeit schnellsten High-End-Modelle aber fast schon spottbillig. Sein High-End-SoC macht den Testkandidaten mindestens genauso schnell wie die wesentlich teureren Huawei Mate 20 Pro (700 Euro) und Samsung Galaxy S10 Plus (800 Euro und mehr). Verantwortlich dafür ist der neue Snapdragon 855 von Qualcomm, der im Mi 9 seine Premiere feiert.

In der kleinsten Variante ist das Xiaomi Mi 9 mit 6 GB RAM und 64 GB UFS-2.1-Speicher bereits gut ausgestattet. Maximal möglich sind 128 GB, doch mangels microSD-Slot muss man beim Kauf auf die passende Speichergröße achten. Dafür passt die übrige Ausstattung: Eine Triple-Kamera mit satten 48 MP Auflösung, ein schicker Glas-Unibody, Dual-SIM, ein 2.340 x 1.080 Pixel auflösendes AMOLED-Display und zu guter Letzt auch eine Xiaomi-Neuerung: Mit dem Mi 9 unterstützt erstmals ein Smartphone des chinesischen Herstellers auch DRM Widevine L1, kann also Inhalte von Netflix und Co. in HD statt nur SD streamen.

Im Test lassen wir das Xiaomi Mi 9 gegen die besten Smartphones antreten, zu denen es, soviel sei hier schon verraten, definitiv auch gehört. Die Vergleichsgeräte sind: Apple iPhone XR, Huawei Mate 20 Pro, Honor View 20, OnePlus 6TSamsung Galaxy S10 Plus und Xiaomi Mi 8.

Update: Ein ausführlichen Kameravergleich mit dem Xiaomi Mi 9 finden Sie in diesem Kameratest der Mi-Reihe sowie in diesem Kameratest der Flagship-Smartphones.  

Xiaomi Mi 9 (Mi 9 Serie)
Prozessor
Qualcomm Snapdragon 855 8 x 2.8 GHz, Cortex-A76 / A55 (Kryo 485)
RAM
6 GB 
, LPDDR4x, 2133 MHz Dual-Channel
Bildschirm
6.39 Zoll 19.5:9, 2340 x 1080 Pixel 403 PPI, kapazitiv, AMOLED, Corning Gorilla Glass 6, Anti-Oil, Anti-Fingerprint, NTSC 103,8%, 90,7% Screen-to-Body ratio, spiegelnd: ja, 60 Hz
Massenspeicher
64 GB UFS 2.1 Flash, 64 GB 
, 50.51 GB verfügbar
Anschlüsse
1 USB 2.0, Audio Anschlüsse: USB-C, 1 Fingerprint Reader, NFC, Helligkeitssensor, Sensoren: Näherungssensor, Accelerometer, Gyroskop, elektronischer Kompass, Kamera-Laser Fokussensor, USB-C, aptX, aptX-HD, Dual-Sim VoLTE, Wi-Fi Direct, Wi-Fi Display, Wi-Fi 2x2 MIMO, MU-MIMO, Android Pay
Netzwerk
802.11 a/b/g/n/ac (a/b/g/n = Wi-Fi 4/ac = Wi-Fi 5/), Bluetooth 5.0, GSM (850, 900, 1.800, 1.900 MHz), UMTS (B1/2/4/5/8/34/39), LTE (B1/2/3/4/5/7/8/12/20/28/38/39/40), 4x4 MIMO, Kopf-SAR 1,389 W/kg, Körper-SAR 1,301 W/kg, Dual SIM, LTE, GPS
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe (in mm): 7.61 x 157.5 x 74.67
Akku
3300 mAh Lithium-Polymer, Quick Charge 4.0, 20W Wireless charging, 27W Wired fast charging
Betriebssystem
Android 9.0 Pie
Kamera
Primary Camera: 48 MPix Triple-Kamera: 48-MP-Hauptkamera (Sony IMX586, f/1.75, 1/2", 0,8 µm) + 16-MP-Weitwinkelkamera (f/2.2, 13 mm, 1/3.0", 1,0 µm) + 12-MP-Zoomkamera (f/2.2, 54 mm, 1/3.6", 1.0 µm, 2-facher optischer Zoom), Fotos bis 4K, Videos bis 8.000 x 6.000 Pixel
Secondary Camera: 20 MPix f/2.0, 0.9 µm, HDR, bis 1080p@960fps Slow Motion, 4K@60fps
Sonstiges
Lautsprecher: 1 Lautsprecher, Tastatur: virtuell, modulares Netzteil, USB-Kabel (Typ C auf Typ A), Schutzhülle, SIM-Tool, Kurzanleitung, Garantiekarte, MIUI 10, 12 Monate Garantie, Lüfterlos
Gewicht
173 g, Netzteil: 35 g
Preis
449 Euro
Hinweis: Der Hersteller kann abweichende Bauteile wie Bildschirme, Laufwerke und Speicherriegel mit ähnlichen Spezifikationen unter dem gleichen Modellnamen einsetzen.

 

Gehäuse - Xiaomi Mi 9 mit edlem Glasgehäuse

Xiaomi kleidet das 174 Gramm leichte und im schlanken 19,5:9-Seitenformat gehaltene Mi 9 rundum in Gorilla Glass 6. Damit ist es nicht nur sehr stabil, sondern sieht auch sehr hochwertig aus. Zum standesgemäßen Design gehören abgerundete Ecken und Kanten sowie ein nur wenige Millimeter schmaler Rand samt einer Notch, in der sich die 20-MP-Selfie-Kamera verbirgt.

Am unauffälligsten wirkt das Mi 9 in der von uns getesteten „Piano-Black“-Variante mit schwarzem Backcover. Wer es lebendiger mag, greift zu „Ocean Blue“ und „Lavender Violet“ (zu sehen auf den beiden letzten Bildern in der Galerie), die je nach Lichteinfall jeweils einen regenbogenartigen Farbverlauf aufs Backcover zaubern. Der dünne Bildschirmrahmen auf der Vorderseite bleibt hingegen in allen Farbvarianten schwarz. Kleiner Schwachpunkt: Eine IP-Zertifizierung besitzt das Mi 9 nicht.

Haptisch fällt das Mi 9 definitiv in die Kategorie Handschmeichler, ist durch seine Glasoberflächen aber anfällig für Fingerabdrücke, auch wenn Xiaomi mit „Anti-oil and anti-fingerprint protective coating“ das Gegenteil behauptet. Weil es ziemlich rutschig in der Hand liegt, empfiehlt sich der Griff zur mitgelieferten Silikonschutzhülle, um unfreiwillige Abflüge und generell die Bruchgefahr einzudämmen. Ohne Schutzhülle liegt das Smartphone zudem recht wackelig auf dem Tisch, weil die von einem Saphirglas geschützte Triple-Kamera einige Millimeter aus dem Gehäuse herausragt.

Größenvergleich

157.5 mm 74.8 mm 8.2 mm 185 g156.9 mm 72.4 mm 8.6 mm 189 g157.6 mm 74.1 mm 7.8 mm 198 g157.5 mm 74.67 mm 7.61 mm 173 g156.9 mm 75.4 mm 8.1 mm 180 g154.9 mm 74.8 mm 7.6 mm 175 g150.9 mm 75.7 mm 8.3 mm 194 g148 mm 105 mm 1 mm 1.5 g

Ausstattung - UFS-2.1-Speicher, aber kein microSD-Slot beim Xiaomi Smartphone

Im Xiaomi Mi 9 stecken 6 GB LPDDR4X-RAM sowie entweder ein 64 oder 128 GB großer UFS-2.1-Speicher. Welche Variante in den Einkaufskorb kommt, sollte man sich vorher gut überlegen, denn wie bei vielen anderen Flaggschiffmodellen kann man auch beim Mi 9 den internen Speicher mangels microSD-Slot nicht nachträglich erweitern.

Durch die herstellerseitig mit Android 9, MIUI 10 und Apps belegten Bits und Bytes reduziert sich bei unserer 64-GB-Testversion der freie Speicherplatz auf rund 50,5 GB. Wird das für die Multimedia-Sammlung voraussichtlich zu knapp, sollte man die 128-GB-Version in Betracht ziehen.

Neben dem microSD-Slot fehlt dem Mi 9 zwar auch eine Headset-Buchse, doch die lässt sich über den mitgelieferten USB-C- auf 3,5-mm-Klinkenadapter immerhin noch nachrüsten. Physische Schnittstellen gibt es beim Mi 9 damit nur zwei: einmal den USB-C-Port, der es bei USB-2.0-Tempo belässt, dafür aber USB-OTG unterstützt. Und zum zweiten den Dual-SIM-Slot für zwei Nano-SIM-Karten.

Dual-Nano-SIM-Slot, AI-Taste
Dual-Nano-SIM-Slot, AI-Taste
Powertaste, Lautstärkewippe
Powertaste, Lautstärkewippe
Kopfseite: Mikrofon
Kopfseite: Mikrofon
Fußseite: Mikrofon, USB-C-Anschluss, Lautsprecher
Fußseite: Mikrofon, USB-C-Anschluss, Lautsprecher

Software - Android 9.0 und MIUI 10 für das Xiaomi Mi

Auf dem Mi 9 läuft die aktuelle Android-Version 9, der Xiaomi seine Benutzeroberfläche MIUI 10 übergestülpt hat. MIUI setzt weitestgehend auf das gleiche Bedienkonzept wie ein Standard-Android, denn die Unterschiede beschränken sich letztlich auf Details.

Beispiele: Das Mi 9 verzichtet auf den App-Drawer. Die Android-Standardgeste dafür, das Wischen nach oben, fördert stattdessen die Google-Suche zu Tage, für die man beim Standard-Android nach rechts wischt. Des Weiteren werden geöffnete Apps nicht durch Wischen nach oben, sondern durch Wischen zur Seite geschlossen. Außerdem sind die Android-Einstellungen etwas anders aufgebaut und kategorisiert. Alles in allem also Kleinigkeiten. Android-Nutzer dürften deshalb auf Anhieb mit dem übersichtlichen MIUI zurechtkommen.

Neben MIUI 10 und den Standard-Google-Apps sind nur wenige Zusatz-Anwendungen mit an Bord. Dabei kann man die unter dem Order „Mehr Apps“ abgelegten Apps für Facebook und Aliexpress praktischerweise deinstallieren, aber nicht die Apps aus dem „Tools“-Verzeichnis. Ein Drama dürfte das nicht sein, denn bei ihnen handelt es sich um System-Helferlein wie SIM-Tool, Kompass, Scanner, Downloads, Rechner, Bildschirmaufnahme oder eine Feedback-App. Außerdem belegen die insgesamt 11 Tools frisch nach der Installation auch nicht viel Speicherplatz. Laut App-Verwaltung sind es nur knapp 280 MByte. Mit an Bord ist auch die digitale Rechteverwaltung Google Widevine DRM in der höchsten Stufe L1, so dass man auch Inhalte von Netflix oder Hulu in HD-Auflösung statt nur SD genießen kann.

Die Android-Sicherheitsupdates waren zum Testzeitpunkt (Ende März 2019) auf dem Stand vom 01. Februar und damit aktuell.

Kommunikation und GPS - Mobiltelefon mit sehr präzisem GPS

Das Mi 9 klinkt sich über WLAN 802.11a/b/g/n/ac in lokale Netzwerke ein und unterstützt dabei auch MU-MIMO (2x2). In der von uns getesteten internationalen Version deckt es die LTE-Bänder 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 20, 28 (LTE FDD) sowie 38, 39 und 40 ab (LTE TDD), sodass es beim Mobilfunkempfang wenige bis keine weißen Stellen geben sollte. Zum Funkrepertoire gehören außerdem NFC und Bluetooth 5.0 samt aptX und aptX-HD.

Das im Snapdragon 855 integrierte Modem unterstützt Datenraten von bis zu 2 GBit/s. Zum tatsächlichen Tempo des Mi 9 macht Xiaomi jedoch keine Angaben, sodass die LTE-Geschwindigkeit niedriger sein kann und wohl auch sein dürfte. 

Stören könnte Käufer die vergleichsweise hohen Strahlungswerte, die Xiaomi für sein Smartphone angibt, gemessen in SAR, der spezifischen Absorptionsrate. Laut dem Bundesamt für Strahlenschutz sollte der SAR-Wert nicht mehr als 2 Watt pro Kilogramm betragen. Mit Werten von 1,389 W/kg (ans Ohr gehalten) beziehungsweise 1,301 W/kg (am Körper getragen) bleibt das Mi 9 locker unter diesem Grenzwert. Andere Hersteller schaffen es jedoch, speziell den Kopf-SAR-Wert des Mi 9 deutlich zu unterbieten, zum Beispiel das Samsung Galaxy S10 Plus mit 0,52 W/kg. Überbewerten sollte man das Strahlungs-Thema jedoch nicht.

Im WLAN gehört das Xiaomi Mi 9 zu den derzeit schnellsten Smartphones. Verbunden mit unserem Standard-WLAN-Router Linksys EA8500 erreicht es in Empfangsrichtung im Durchschnitt eindrucksvolle 678 MBit/s und lässt damit die versammelte High-End-Konkurrenz hinter sich. Die Transferrate schwankt zwar relativ deutlich, bewegt sich dabei aber immer noch in einem sehr guten Geschwindigkeitsbereich. Gleiches gilt für die Senderichtung. Mit 534 MBit/s zählt das Mi 9 auch dort zu den besten Geräten, nur geschlagen vom Apple iPhone XR und dem Huawei Mate 20 Pro. Die beiden kleinen Performance-Einbrüche, bei denen es auf bis zu 430 MBit/s heruntergeht, sind dabei nicht weiter dramatisch.

Networking
iperf3 transmit AX12
Huawei Mate 20 Pro
Mali-G76 MP10, Kirin 980, 128 GB UFS 2.1 Flash
696 (647min - 714max) MBit/s +30%
Huawei Mate 20 Pro
Mali-G76 MP10, Kirin 980, 128 GB UFS 2.1 Flash
663 (289min - 805max) MBit/s +24%
Huawei Mate 20 Pro
Mali-G76 MP10, Kirin 980, 128 GB UFS 2.1 Flash
650 (6min - 792max) MBit/s +22%
Apple iPhone XR
A12 Bionic GPU, A12 Bionic, 128 GB NVMe
644 (578min - 672max) MBit/s +21%
Xiaomi Mi 9
Adreno 640, SD 855, 64 GB UFS 2.1 Flash
534 (430min - 578max) MBit/s
OnePlus 6T
Adreno 630, SD 845, 128 GB UFS 2.1 Flash
474 (241min - 497max) MBit/s -11%
Samsung Galaxy S10 Plus
Mali-G76 MP12, Exynos 9820, 512 GB UFS 2.1 Flash
457 (398min - 508max) MBit/s -14%
Xiaomi Mi 8
Adreno 630, SD 845, 128 GB UFS 2.1 Flash
429 (256min - 448max) MBit/s -20%
Honor View 20
Mali-G76 MP10, Kirin 980, 256 GB UFS 2.1 Flash
298 (278min - 319max) MBit/s -44%
iperf3 receive AX12
Huawei Mate 20 Pro
Mali-G76 MP10, Kirin 980, 128 GB UFS 2.1 Flash
1001 (209min - 1106max) MBit/s +48%
Huawei Mate 20 Pro
Mali-G76 MP10, Kirin 980, 128 GB UFS 2.1 Flash
615 (532min - 642max) MBit/s -9%
Huawei Mate 20 Pro
Mali-G76 MP10, Kirin 980, 128 GB UFS 2.1 Flash
491 (100min - 534max) MBit/s -28%
Xiaomi Mi 9
Adreno 640, SD 855, 64 GB UFS 2.1 Flash
678 (549min - 725max) MBit/s
Samsung Galaxy S10 Plus
Mali-G76 MP12, Exynos 9820, 512 GB UFS 2.1 Flash
633 (561min - 684max) MBit/s -7%
OnePlus 6T
Adreno 630, SD 845, 128 GB UFS 2.1 Flash
629 (621min - 638max) MBit/s -7%
Apple iPhone XR
A12 Bionic GPU, A12 Bionic, 128 GB NVMe
517 (477min - 528max) MBit/s -24%
Xiaomi Mi 8
Adreno 630, SD 845, 128 GB UFS 2.1 Flash
491 (444min - 499max) MBit/s -28%
Honor View 20
Mali-G76 MP10, Kirin 980, 256 GB UFS 2.1 Flash
339 (325min - 351max) MBit/s -50%
04080120160200240280320360400440480520560600640680720Tooltip
Xiaomi Mi 9; iperf3 receive AX12; iperf 3.1.3: Ø678 (549-725)
Xiaomi Mi 9; iperf3 transmit AX12; iperf 3.1.3: Ø534 (430-578)
GPS-Empfang: im Gebäude
GPS-Empfang: im Gebäude
GPS-Empfang: im Freien
GPS-Empfang: im Freien

Zur Ortung verwendet das Mi 9 die Satellitennavigationssysteme GPS, Glonass, BeiDou und Galileo und nutzt wie das Huawei Mate 20 Pro auch Dual-GPS. Der Satfix dauert nur ein paar Sekunden und ist sehr präzise. Innerhalb von Gebäuden dauert es genauso wie unter freiem Himmel nur ein paar Augenblicke, bis es uns auf 4 Meter genau verortet hat, ein ausgezeichneter Wert.

Ob das im Praxiseinsatz genauso gut klappt, haben wir auf einer kleinen Auto-Testfahrt überprüft, bei der das Mi 9 gegen das Samsung Galaxy S10 Plus antreten muss. Beide High-End-Smartphones liegen bei der Gesamtstrecke nur um 20 Meter auseinander und gehen bei der Ortung so akkurat vor, dass es schwerfällt, einen klaren Sieger zu bestimmen. Genauso wie für das Samsung Galaxy S10 Plus gilt damit aber auch für das Xiaomi Handy: Bei der Standortbestimmung macht es seine Sache sehr gut.

Xiaomi Mi 9: Gesamtstrecke
Xiaomi Mi 9: Gesamtstrecke
Xiaomi Mi 9: Kurven
Xiaomi Mi 9: Kurven
Xiaomi Mi 9: Kreisverkehr
Xiaomi Mi 9: Kreisverkehr
Samsung Galaxy S10 Plus: Gesamtstrecke
Samsung Galaxy S10 Plus: Gesamtstrecke
Samsung Galaxy S10 Plus: Kurven
Samsung Galaxy S10 Plus: Kurven
Samsung Galaxy S10 Plus: Kreisverkehr
Samsung Galaxy S10 Plus: Kreisverkehr

Telefonfunktionen und Sprachqualität - Dual-SIM und VoLTE

Im Xiaomi Mi 9 lassen sich zwei Nano-SIM-Karten gleichzeitig nutzen, die beide simultan eine 4G-Verbindung aufbauen können. Das gelingt wahlweise auch über VoLTE, einen passenden Vertrag bei einem Mobilfunkanbieter wie der Telekom oder Vodafone vorausgesetzt. Der Telefon-App hat Xiaomi ein etwas anderes Layout verpasst als der Standard-App unter Android 9, ihr aber alle gewohnten Features wie die Anrufliste, die Kontakte sowie den Schnellzugriff auf die Telefoneinstellungen mit auf den Weg gegeben.

Das Mi 9 bietet eine sehr gute Sprachqualität. Auch mit aktiviertem Freisprecher konnten sich im Test alle Gesprächsteilnehmer problemlos und ohne störende Hintergrundgeräusche verstehen. Im ländlichen Vodafone-Netz war der Empfang einwandfrei.

Kameras - 48 MP starke Triple-Kamera mit Top-Bildqualität

Aufnahme mit der Hauptkamera
Aufnahme mit der Hauptkamera

Die Zeiten, in denen Dual-Kameras bei Smartphones etwas Besonderes waren, sind definitiv vorbei: Im Xiaomi Mi 9 steckt nämlich nichts Geringeres als eine Triple-Kamera mit sage und schreibe 48 Megapixel Auflösung. Speziell dafür hat der Hersteller in seine von anderen Xiaomi-Smartphones bekannte, übersichtlich strukturierte Kamera-App einen 48-MP-Bildmodus eingebaut. Praxisnutzen: Aus den 48-MP-Aufnahmen lassen sich selbst feinste Bilddetails sehr stark vergrößern, ohne dass es dadurch zu einem Qualitätsverlust kommt.

Bei Standardaufnahmen schraubt die Kamera-App die Auflösung deutlich herunter, genauer gesagt um den Faktor 4: Dann rechnet sie jeweils 4 Pixel des 48-MP-Sensors Sony IMX586 (f/1.75, 1/2", 0,8 µm) zu einem Pixel zusammen, was 12 MP große Bilder ergibt (Auflösung 4.000 x 3.000 Pixel).

Aufnahme mit der Webcam
Aufnahme mit der Webcam

Vervollständigt wird das Kamera-Setup von einer 12-MP-Zoomkamera (f/2.2, 54 mm, 1/3.6", 1.0 µm) mit einem zweifachen optischen Zoom, einer 16-MP-Weitwinkelkamera (f/2.2, 13 mm, 1/3.0", 1,0 µm) sowie einer 20-MP-Selfiekamera. Zusammen ergibt das eine stattliche Auswahl an Foto-Werkzeugen für Porträt-, Landschafts-, Panorama- und Nachtaufnahmen, wobei letztere auch alle mitsamt ihrem eigenen Bildmodus in der Kamera-App integriert sind. Wer die Aufnahmeparameter manuell justieren will, schaltet in den Pro-Modus.

Bei Tageslicht (Szenen 1 und 2) gelingen der Triple-Kamera hervorragende Aufnahmen, die durch großen Detailreichtum, immense Bildschärfe sowie natürliche und dynamische Farben überzeugen. Dabei wirken die Fotos qualitativ sogar noch einen Tick besser als die Vergleichsbilder des Honor View 20, in dem die gleiche 48-MP-Kamera werkelt. Bei künstlichem Licht (Szene 3) hat die Triple-Optik dagegen etwas mit Bildrauschen zu kämpfen, erzielt aber immer noch passable Resultate.

Für Videoaufnahmen bietet das Mi 9 zahlreiche Auflösungen an, die von Full-HD mit 30 FPS bis zu 4K UHD mit 60 FPS reichen. Auch eine Superzeitlupen-Aufnahme mit 960 FPS ist mit von der Partie. Die Videoqualität hat uns durchweg gut gefallen.

Bildervergleich

Wählen Sie eine Szene und navigieren Sie im ersten Bild. Ein Klick ändert die Position bei Touchscreens. Ein Klick auf die vergrößerten Bilder öffnet das Original in einem neuen Fenster. Das erste Bild zeigt das skalierte Foto, welches mit dem Testgerät aufgenommen wurde.

Szene 1Szene 2Szene 3
orginal image
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Unter kontrollierten Lichtbedingungen haben wir uns die Kamera abschließend nochmal genauer angeschaut. Dabei überprüfen wir die Farbabbildung mit dem X-Rite ColorChecker Passport und die Bildschärfe mit unserem Testchart.

Wie auf dem ColorChecker Passport zu sehen, trifft das Mi 9 die Originalfarben nicht präzise, was aber für eine lebendigere Darstellung sorgt. Geradezu mustergültig gelingt es dem Smartphone dagegen, den Testchart nicht nur in der Bildmitte, sondern auch bis in die Ecken hinein scharf abzulichten.

ColorChecker Farben abfotografiert. In der unteren Hälfte jedes Patches haben wir die Originalfarben abgebildet.
ColorChecker Farben abfotografiert. In der unteren Hälfte jedes Patches haben wir die Originalfarben abgebildet.
Ausschnitt aus dem Testchart
Ausschnitt aus dem Testchart
Testchart abfotografiert
Testchart abfotografiert

Zubehör und Garantie - Nur ein 18-Watt-Netzteil für die globale Version

Das mitgelieferte Netzteil
Das mitgelieferte Netzteil

In der internationalen Version legt Xiaomi dem Mi 9 ein modulares 18-Watt-Netzteil bei (5V/2,5A oder 9V/2A oder 12V/1,5A, Quick Charge 3.0), während Käufer in China ein 27-Watt-Netzteil (Quick Charge 4.0) bekommen. In der Verpackung finden sich außerdem eine Silikon-Schutzhülle, ein USB-C-Kabel (Typ C auf Typ A), ein USB-C- auf 3,5-mm-Klinkenadapter, ein SIM-Tool, eine Kurzanleitung sowie Garantieinformationen.

Auf seiner Webseite verweist der Hersteller für alle Länder, in denen Xiaomi keine offizielle Niederlassung hat, auf den jeweiligen Händler, was Gewährleistungs- und Kundenservicefragen angeht. Beispielsweise gilt dann in Deutschland ganz normal die 2-jährige Händler-Gewährleistung. Käufer in Italien und Spanien, beides Länder mit offizieller Niederlassung, kann man das Mi 9 offiziell kaufen und bekommt dann auch eine Garantie direkt von Xiaomi. Um im Problemfall Support zu erhalten, müssen Käufer das Smartphone dann aber auch im jeweiligen Land einschicken.

Eingabegeräte & Bedienung - Fingerabdrucksensor steckt im Display

Zur hochwertigen Verarbeitung des eleganten Glas-Chassis passen auch die physischen Tasten. Die AI-Taste (dazu unten mehr), die Powertaste und die Lautstärkewippe liefern durch ihren knackigen Druckpunkt gutes Feedback und können Eingaben sofort umsetzen. Gleiches gilt für den AMOLED-Touchscreen, der bis zu 10 Fingereingaben gleichzeitig erkennen kann und praktisch ohne Verzögerung auf Kommandos reagiert.

Den Fingerabdrucksensor hat Xiaomi im Display untergebracht. Er kann bis zu 5 Fingerabdrücke verwalten und hat seine Arbeit im Test reibungslos verrichtet. Wahlweise lässt sich das Smartphone auch über die Frontkamera per Gesichtserkennung entsperren, was genauso zuverlässig funktionierte.

Die AI-Taste auf der linken Längsseite startet in der Standardeinstellung den Google Assistant, lässt sich aber individuell konfigurieren, etwa um die Google-Suche zu öffnen, die Haupt- oder Webcam zu aktivieren, das Blitzlicht einzuschalten oder um zur zuletzt verwendeten App zurück zu wechseln. Dabei versteht die AI-Taste zwei Arten von Eingaben, die man jeweils mit einer Aktion wie den oben beschriebenen belegen kann: Taste gedrückt halten oder Taste doppelt drücken.

Als Standardtastatur verwendet das Mi 9 Google Gboard, das sich natürlich jederzeit gegen ein anderes Keyboard aus dem Play Store austauschen lässt.

Tastatur hochkant
Tastatur hochkant
Tastatur im Querformat
Tastatur im Querformat

Display - Mi 9 mit sehr leuchtstarkem AMOLED-Display

Subpixel
Subpixel

Das Mi 9 verwendet ein 6,39 Zoll großes AMOLED-Display im Seitenverhältnis von 19.5:9 mit einer Auflösung von 2.340 x 1.080 Pixeln, die Xiaomi HD+ getauft hat. Umgerechnet ergeben sich daraus eine stattliche Pixeldichte von 403 PPI und eine Screen-to-Body-ratio von 90,7 Prozent.

Mit durchschnittlich 586,9 cd/m² bei reinweißem Hintergrund erreicht das sehr gleichmäßig (94%) ausgeleuchtete, HDR-fähige Display eine beachtliche Leuchtstärke und bewegt sich damit etwa auf gleicher Höhe mit dem Huawei Mate 20 Pro und dem Samsung Galaxy S10 Plus. Bei einer gleichmäßigen Verteilung heller und dunkler Bildbereiche (APL50) sind sogar bis zu 714 cd/m² drin. Schaltet man den Helligkeitssensor aus, fällt die Lichtausbeute auf maximal 399 cd/m². Mit einer Minimalhelligkeit von 2,28 cd/m² strengt das Display die Augen auch bei völliger Dunkelheit nicht an. Einziger Nachteil: Das PWM-Flackern des Displays kann bei sensiblen Usern zu Augenbeschwerden führen.

568
cd/m²
587
cd/m²
589
cd/m²
589
cd/m²
593
cd/m²
600
cd/m²
591
cd/m²
564
cd/m²
601
cd/m²
Ausleuchtung des Bildschirms
getestet mit X-Rite i1Pro 2
Maximal: 601 cd/m² (Nits) Durchschnitt: 586.9 cd/m² Minimum: 2.28 cd/m²
Ausleuchtung: 94 %
Helligkeit Akku: 593 cd/m²
Kontrast: ∞:1 (Schwarzwert: 0 cd/m²)
ΔE Color 0.9 | 0.5-29.43 Ø4.88
ΔE Greyscale 1.5 | 0.5-98 Ø5.1
95.4% sRGB (Calman 2D)
Gamma: 2.27
Xiaomi Mi 9
AMOLED, 2340x1080, 6.4"
Apple iPhone XR
IPS, 1792x828, 6.1"
Huawei Mate 20 Pro
OLED, 3120x1440, 6.3"
Honor View 20
LTPS, 2310x1080, 6.4"
OnePlus 6T
Optic AMOLED, 2340x1080, 6.4"
Samsung Galaxy S10 Plus
OLED, 3040x1440, 6.4"
Xiaomi Mi 8
AMOLED, 2248x1080, 6.2"
Bildschirm
-18%
-22%
-79%
-58%
-113%
-157%
Helligkeit Bildmitte
593
672
13%
576
-3%
492
-17%
437
-26%
710
20%
430
-27%
Brightness
587
641
9%
582
-1%
475
-19%
442
-25%
721
23%
434
-26%
Brightness Distribution
94
92
-2%
90
-4%
94
0%
95
1%
97
3%
94
0%
Schwarzwert *
0.35
0.4
Delta E Colorchecker *
0.9
1.3
-44%
1.3
-44%
2.4
-167%
2.21
-146%
3.7
-311%
5.09
-466%
Colorchecker dE 2000 max. *
2
2.7
-35%
3.5
-75%
5.2
-160%
4.27
-114%
10.3
-415%
8.05
-303%
Delta E Graustufen *
1.5
2.2
-47%
1.6
-7%
3.2
-113%
2.1
-40%
1.5
-0%
3.3
-120%
Gamma
2.27 97%
2.3 96%
2.18 101%
2.06 107%
2.307 95%
2.1 105%
2.257 97%
CCT
6548 99%
6868 95%
6561 99%
7125 91%
6353 102%
6611 98%
7026 93%
Kontrast
1920
1230

* ... kleinere Werte sind besser

Bildschirm-Flackern / PWM (Pulse-Width Modulation)

Eine günstige Methode um die Helligkeit eines Bildschirms zu steuern, ist die Beleuchtung periodisch ein- und auszuschalten. Dies nennt sich PWM (Pulsweitenmodulation) Diese Umschaltung sollte mit einer hohen Frequenz stattfinden damit das menschliche Auge kein Flimmern wahrnimmt. Wenn die Frequenz zu niedrig ist, kann dies zu Ermüdungserscheinungen, Augenbrennen, Kopfweh und auch sichtbaren Flackern führen.
Flackern / PWM festgestellt 245.1 Hz ≤ 99 % Helligkeit

Das Display flackert mit 245.1 Hz (im schlimmsten Fall, eventuell durch Pulsweitenmodulation PWM) bei einer eingestellten Helligkeit von 99 % und darunter. Darüber sollte es zu keinem Flackern kommen.

Die Frequenz von 245.1 Hz ist relativ gering und daher sollte es bei sensiblen Personen zu Problemen wie Flackern oder Augenbeschwerden führen.

Im Vergleich: 53 % aller getesteten Geräte nutzten kein PWM um die Helligkeit zu reduzieren. Wenn PWM eingesetzt wurde, dann bei einer Frequenz von durchschnittlich 8531 (Minimum 5, Maximum 343500) Hz.

AMOLED-typisch kann das Display ein völliges Schwarz erzeugen, was zu einem theoretisch unendlich großes Kontrastverhältnis führt und Farben sehr knackig aussehen lässt. Den Kontrast kann man dabei in den Android-Einstellungen individuell anpassen, vom standardmäßig gesetzten automatischen Kontrast auf wahlweise „Erhöhter Kontrast“ oder „Standard“.

In beiden Kontrasteinstellungen ist die Farbdarstellung subjektiv sehr kräftig, wirkt bei erhöhtem Kontrast aber etwas zu kühl. Wie die Messungen mit dem Fotospektrometer und der CalMAN-Software zeigen, liefert das Mi 9 im Standard-Kontrastmodus dagegen eine geradezu mustergültige Darstellung ab. Mit 6.548 K ist die Farbtemperatur quasi perfekt getroffen und die Delta-E-Abweichungen für Farben, Graustufen und Farbsättigung liegen mit Werten von deutlich unter 2 alle im Idealbereich.

Farbtreue (Einstellung Standard, Zielfarbraum sRGB)
Farbtreue (Einstellung Standard, Zielfarbraum sRGB)
Farbtreue (Einstellung Erhöhter Kontrast, Zielfarbraum P3)
Farbtreue (Einstellung Erhöhter Kontrast, Zielfarbraum P3)
Farbraum (Einstellung Standard, Zielfarbraum sRGB)
Farbraum (Einstellung Standard, Zielfarbraum sRGB)
Farbraum (Einstellung Erhöhter Kontrast, Zielfarbraum P3)
Farbraum (Einstellung Erhöhter Kontrast, Zielfarbraum P3)
Graustufen (Einstellung Standard, Zielfarbraum sRGB)
Graustufen (Einstellung Standard, Zielfarbraum sRGB)
Graustufen (Einstellung Erhöhter Kontrast, Zielfarbraum P3)
Graustufen (Einstellung Erhöhter Kontrast, Zielfarbraum P3)
Farbsättigung (Einstellung Standard, Zielfarbraum sRGB)
Farbsättigung (Einstellung Standard, Zielfarbraum sRGB)
Farbsättigung (Einstellung Erhöhter Kontrast, Zielfarbraum P3)
Farbsättigung (Einstellung Erhöhter Kontrast, Zielfarbraum P3)

Reaktionszeiten (Response Times) des Displays

Die Reaktionszeiten (Response Times) beschreiben wie schnell zwischen zwei Farben eines Pixels umgeschaltet werden kann. Langsame Response Times können zu einer verschwommenen Darstellung, Schlieren und Geisterbilder führen. Besonders bei schnellen 3D-Spielen sind kurze Umschaltzeiten wichtig.
       Reaktionszeiten Schwarz zu Weiß
4 ms ... steigend ↗ und fallend ↘ kombiniert↗ 2 ms steigend
↘ 2 ms fallend
Die gemessenen Reaktionszeiten sind sehr kurz, wodurch sich der Bildschirm auch für schnelle 3D Spiele eignen sollte.
Im Vergleich rangierten die bei uns getesteten Geräte von 0.1 (Minimum) zu 240 (Maximum) ms. » 13 % aller Screens waren schneller als der getestete.
Daher sind die gemessenen Reaktionszeiten besser als der Durchschnitt aller vermessenen Geräte (20.8 ms).
       Reaktionszeiten 50% Grau zu 80% Grau
4.4 ms ... steigend ↗ und fallend ↘ kombiniert↗ 2.4 ms steigend
↘ 2 ms fallend
Die gemessenen Reaktionszeiten sind sehr kurz, wodurch sich der Bildschirm auch für schnelle 3D Spiele eignen sollte.
Im Vergleich rangierten die bei uns getesteten Geräte von 0.165 (Minimum) zu 636 (Maximum) ms. » 13 % aller Screens waren schneller als der getestete.
Daher sind die gemessenen Reaktionszeiten besser als der Durchschnitt aller vermessenen Geräte (32.5 ms).

Durch seine immensen Helligkeitsreserven ist das Mi 9 so gut für den Einsatz im Freien vorbereitet, wie es einem Smartphone mit spiegelndem Display eben möglich ist. Heißt: Auch bei direkter Sonneneinstrahlung lassen sich Inhalte noch gut erkennen, an einem etwas schattigeren Ort völlig problemlos ablesen.

Außeneinsatz (bedeckter Himmel)
Außeneinsatz (bedeckter Himmel)
Außeneinsatz (Sonnenschein)
Außeneinsatz (Sonnenschein)

Die Blickwinkelstabilität des AMOLED-Displays ist wie erwartet sehr gut. Bei seitlicher Betrachtung kommt es schlimmstenfalls zu leichten Helligkeitsverschiebungen, was aber nicht zu Lasten der Lesbarkeit geht.

Blickwinkel
Blickwinkel

Leistung - Der Snapdragon 855 feiert Premiere im Xiaomi Mi Phone

Das neue High-End-SoC Qualcomm Snapdragon 855 feiert seine Premiere im Xiaomi Mi 9. Der Achtkerner wird wie der HiSilicon Kirin 980 im 7-nm-Fertigungsprozess hergestellt und setzt sich aus einem Prime Core mit bis zu 2,84 GHz Taktfrequenz, drei Performance-Kernen mit bis zu 2,42 GHz und vier ARM-Cortex-A55-Cores mit bis zu 1,8 GHz zusammen. Als Grafikeinheit dient die Qualcomm Adreno 640. Interessantes Detail: Der Snapdragon 855 kann mit einem 5G-Modem kombiniert werden und dürfte alleine deshalb im laufenden Jahr noch in etlichen weiteren Smartphones zu finden sein.

Bei den synthetischen Benchmarks erweist sich das Xiaomi Mi 9 wie erwartet als würdiger Konkurrent für seine High-End-Rivalen und läuft deutlich früher als das Xiaomi Mi 8 über die Ziellinie.

Geht es um die reine CPU-Leistung wie etwa bei Geekbench 4 Single Core und Multi Core, kommt es zwar wie auch jedes andere Android-Smartphone nicht an das Apple iPhone XR heran, liegt dafür aber praktisch gleichauf mit seinen OS-Kollegen. Befeuert von seiner starken GPU holt es gegenüber den Androiden aber einen Vorsprung bei all jenen Benchmarks heraus, in denen die Grafikleistung eine Rolle spielt, etwa bei AnTuTu, GFXBench und 3DMark. Und dann ist die Führung teilweise auch deutlich: Bei AnTuTu ergeben sich für das Mi 9 zum Beispiel 374.820 Zähler, eine ganze Ecke mehr als beim engsten Verfolger Samsung Galaxy S10 Plus (333.277 Punkte). Fairerweise muss man sagen, dass es das Samsung-Smartphone je nach Land aber nicht nur mit dem Exynos-9820-SoC gibt, sondern ebenfalls mit dem Snapdragon 855 – dann dürfte auch bei AnTuTu sowie anderen Benchmarks wieder Gleichstand herrschen.

Geekbench 4.4
64 Bit Single-Core Score (nach Ergebnis sortieren)
Xiaomi Mi 9
Qualcomm Snapdragon 855, Adreno 640, 6144
3523 Points
Apple iPhone XR
Apple A12 Bionic, A12 Bionic GPU, 3072
4750 Points +35%
Huawei Mate 20 Pro
HiSilicon Kirin 980, Mali-G76 MP10, 6144
3378 Points -4%
Honor View 20
HiSilicon Kirin 980, Mali-G76 MP10, 8192
3314 Points -6%
OnePlus 6T
Qualcomm Snapdragon 845, Adreno 630, 6144
2384 Points -32%
Samsung Galaxy S10 Plus
Samsung Exynos 9820, Mali-G76 MP12, 8192
4505 Points +28%
Xiaomi Mi 8
Qualcomm Snapdragon 845, Adreno 630, 6144
2430 Points -31%
Durchschnittliche Qualcomm Snapdragon 855
  (3406 - 3537, n=14)
3480 Points -1%
Durchschnitt der Klasse Smartphone
  (844 - 9592, n=82, der letzten 2 Jahre)
5513 Points +56%
64 Bit Multi-Core Score (nach Ergebnis sortieren)
Xiaomi Mi 9
Qualcomm Snapdragon 855, Adreno 640, 6144
10999 Points
Apple iPhone XR
Apple A12 Bionic, A12 Bionic GPU, 3072
11276 Points +3%
Huawei Mate 20 Pro
HiSilicon Kirin 980, Mali-G76 MP10, 6144
10024 Points -9%
Honor View 20
HiSilicon Kirin 980, Mali-G76 MP10, 8192
9868 Points -10%
OnePlus 6T
Qualcomm Snapdragon 845, Adreno 630, 6144
8995 Points -18%
Samsung Galaxy S10 Plus
Samsung Exynos 9820, Mali-G76 MP12, 8192
10259 Points -7%
Xiaomi Mi 8
Qualcomm Snapdragon 845, Adreno 630, 6144
8907 Points -19%
Durchschnittliche Qualcomm Snapdragon 855
  (10187 - 11388, n=14)
10955 Points 0%
Durchschnitt der Klasse Smartphone
  (4134 - 34246, n=82, der letzten 2 Jahre)
15901 Points +45%
Compute RenderScript Score (nach Ergebnis sortieren)
Xiaomi Mi 9
Qualcomm Snapdragon 855, Adreno 640, 6144
7482 Points
Apple iPhone XR
Apple A12 Bionic, A12 Bionic GPU, 3072
21070 Points +182%
Huawei Mate 20 Pro
HiSilicon Kirin 980, Mali-G76 MP10, 6144
8938 Points +19%
Honor View 20
HiSilicon Kirin 980, Mali-G76 MP10, 8192
9028 Points +21%
OnePlus 6T
Qualcomm Snapdragon 845, Adreno 630, 6144
13341 Points +78%
Samsung Galaxy S10 Plus
Samsung Exynos 9820, Mali-G76 MP12, 8192
10177 Points +36%
Xiaomi Mi 8
Qualcomm Snapdragon 845, Adreno 630, 6144
13371 Points +79%
Durchschnittliche Qualcomm Snapdragon 855
  (7372 - 8024, n=12)
7629 Points +2%
Durchschnitt der Klasse Smartphone
  (5364 - 28121, n=59, der letzten 2 Jahre)
13013 Points +74%

Bei der Browser-Performance gehört das Mi 9 zu den derzeit schnellsten Smartphones, auch wenn der Vorsprung gegenüber dem Honor View 20, dem Huawei Mate 20 Pro und dem Samsung Galaxy S10 Plus nur relativ gering ausfällt. An der Vormachtstellung des Apple iPhone XR kann aber auch das Xiaomi-Smartphone nicht rütteln.

JetStream 1.1 - Total Score
Apple iPhone XR (Safari Mobile 12.0)
267.8 Points +142%
Xiaomi Mi 9 (Chrome 73.0.3683.75)
110.5 Points
Huawei Mate 20 Pro (Chrome 69)
109.2 Points -1%
Durchschnittliche Qualcomm Snapdragon 855 (84.4 - 120, n=17)
108.4 Points -2%
Honor View 20 (Chrome 71)
108.1 Points -2%
Samsung Galaxy S10 Plus (Samsung Browser 9.0)
91.8 Points -17%
OnePlus 6T (Chrome 70)
86.1 Points -22%
Xiaomi Mi 8 (Chrome 72)
75.5 Points -32%

* ... kleinere Werte sind besser

Xiaomi setzt im Mi 9 flotten UFS-2.1-Speicher ein, und das merkt man im Alltag an jeder Ecke: Ladezeiten gibt es praktisch gar nicht, Installationen aus dem App-Store sind im Handumdrehen abgeschlossen, und der Wechsel zwischen vielen gleichzeitig geöffneten Apps bringt das Smartphone zu keiner Zeit in Verlegenheit.

In Zahlen ausgedrückt: Mit Übertragungsraten von bis zu 165 MByte/s kann dem Mi 9 bei den 4K Reads/Writes abgesehen vom Honor View 20 und dem Huawei Mate 20 Pro kaum ein anderes Smartphone das Wasser reichen. Mit 666 MByte/s gehört der Testkandidat bei den sequenziellen Datentransfers nicht zur Spitzengruppe, was im Alltag aber keine Rolle spielt. Einen microSD-Slot besitzt das Mi 9 nicht.

Xiaomi Mi 9Huawei Mate 20 ProHonor View 20OnePlus 6TSamsung Galaxy S10 PlusXiaomi Mi 8Durchschnittliche 64 GB UFS 2.1 FlashDurchschnitt der Klasse Smartphone
AndroBench 3-5
-5%
-3%
-33%
-28%
-35%
-24%
176%
Sequential Read 256KB
666
853
28%
847
27%
735
10%
811
22%
693
4%
Sequential Write 256KB
388.3
196.4
-49%
250.1
-36%
204.4
-47%
249.1
-36%
207.8
-46%
Random Read 4KB
149.4
157.4
5%
168.9
13%
138.5
-7%
135.2
-10%
136.3
-9%
137.2 ?(78.2 - 192, n=52)
-8%
Random Write 4KB
165.3
157.8
-5%
138.9
-16%
22
-87%
22.7
-86%
21
-87%
84.7 ?(8.77 - 208, n=52)
-49%
Sequential Read 256KB SDCard
83.2 ?(Huawei NanoSD 128 GB)
73 ?(Toshiba Exceria Pro M501)
Sequential Write 256KB SDCard
72.4 ?(Huawei NanoSD 128 GB)
60.7 ?(Toshiba Exceria Pro M501)

Spiele - Gaming-Maschine mit Adreno-640-GPU

Wegen seiner starken Qualcomm-GPU Adreno 640 eignet sich das Mi 9 bestens als Spielemaschine. Als erste GPU unterstützt die Adreno 640 auch die Vulkan 1.1 API. Subjektiv läuft auf dem Smartphone jedes Spiel butterweich, egal in welcher Einstellung.

Gerne hätten wir konkrete FPS-Zahlen zu aktuellen und älteren Spielen wie PUGB Mobile, Dead Trigger 2 und Arena of Valor gebracht, allerdings wurde das Mi 9 nicht von unserer Test-Suite Gamebench erkannt. Oder besser gesagt: noch nicht, denn zum Testzeitpunkt gab es seitens des Smartphones noch ein Kompatibilitätsproblem. Wir versuchen aber, die Benchmarks zu einem späteren Zeitpunkt nachzureichen.

Dead Trigger 2
Dead Trigger 2
PUBG Mobile
PUBG Mobile

Emissionen - Sehr kühl im Betrieb, teilweise Throttling unter Last

Temperatur

GFXBench Akkutest Manhattan
GFXBench Akkutest Manhattan
GFXBench Akkutest T-Rex
GFXBench Akkutest T-Rex

Das Xiaomi Mi 9 bleibt auch bei voller Auslastung kühl an der Oberfläche und fühlt sich damit nie unangenehm warm in der Hand an. Wir messen nach einer Stunde Stresstest gerade einmal 31,8 °C als Höchstwert.

Unter der Haube muss das Mi 9 seine SoC-Performance aber mitunter drosseln, so etwa beim Manhattan-Testszenario des Akkutests von GFXBench. Dennoch ist das Xiaomi-Smartphone dann immer noch so schnell unterwegs, dass man von diesem Throttling nichts mitbekommen dürfte.

Max. Last
 31 °C31.8 °C30 °C 
 31.8 °C30.7 °C30.1 °C 
 31.3 °C31.4 °C30.2 °C 
Maximal: 31.8 °C
Durchschnitt: 30.9 °C
28.8 °C30.3 °C30.5 °C
28.5 °C30 °C30.8 °C
29 °C30.2 °C30.9 °C
Maximal: 30.9 °C
Durchschnitt: 29.9 °C
Netzteil (max.)  26.1 °C | Raumtemperatur 21.6 °C | Voltcraft IR-260
(+) Die Durchschnittstemperatur auf der Oberseite unter extremer Last ist 30.9 °C. Im Vergleich erhitzte sich der Durchschnitt der Geräteklasse Smartphone auf 32.8 °C.
(+) Die maximale Temperatur auf der Oberseite ist 31.8 °C. Im Vergleich liegt der Klassendurchschnitt bei 35.1 °C (von 21.9 bis 63.7 °C für die Klasse Smartphone).
(+) Auf der Unterseite messen wir eine maximalen Wert von 30.9 °C (im Vergleich zum Durchschnitt von 33.9 °C).
(+) Ohne Last messen wir eine durchschnittliche Temperatur von 27.9 °C auf der Oberseite. Der Klassendurchschnitt erreicht 32.8 °C.

Lautsprecher

Lautsprechercharakteristik
Lautsprechercharakteristik

An der Fußseite sitzt direkt rechts neben dem USB-C-Port der einzige Lautsprecher des Mi 9. Dass er neben dem Monoklang nur einen ziemlich dünnen Basssound produziert, sind aber schon seine einzigen Nachteile. Der Lautsprecher kann bis zu 87,1 dB(A) laut spielen, ohne dabei zu verzerren, und gibt Mitten sowie Höhen sehr linear wieder. Für die gelegentliche Musikuntermalung und das Freisprechen ist er damit gut geeignet, Klangwunder darf man aber nicht erwarten.

dB(A) 0102030405060708090Deep BassMiddle BassHigh BassLower RangeMidsHigher MidsLower HighsMid HighsUpper HighsSuper Highs2039.432.92528.325.43118.726.54026.725.95033.229.46322.622.78021.822.210024.43112523.839.216018.550.420017.149.125017.853.831515.556.140014.162.55001467.963013.869.180014.773.5100015.477125015.276.6160014.376.5200014.574.9250013.971.7315014.675.9400014.178.1500014.374.3630014.574.6800014.875.71000014.8751250014.864.4160001558.2SPL26.887.1N0.871.4median 14.8median 71.7Delta1.78.842.737.742.136.430.529.133.632.738.134.830.431.825.224.825.524.9262921.538.920.144.618.947.817.85418.35819.162.619.565.217.366.515.767.214.369.615.87114.874.915.470.714.766.814.361.314.768.414.870.714.267.51462.214.554.914.347.568.82881.222.2147.9median 15.8median 62.2median 64.64.212.216.6hearing rangehide median Pink NoiseXiaomi Mi 9Xiaomi Mi 8
Frequenzdiagramm (für Vergleiche die Checkboxen oben an-/abwählen)
Xiaomi Mi 9 Audio Analyse

(+) | Die Lautsprecher können relativ laut spielen (87.1 dB)
Bass 100 - 315 Hz
(-) | kaum Bass - 25.1% niedriger als der Median
(±) | durchschnittlich lineare Bass-Wiedergabe (10.7% Delta zum Vorgänger)
Mitteltöne 400 - 2000 Hz
(+) | ausgeglichene Mitten, vom Median nur 4.4% abweichend
(+) | lineare Mitten (5% Delta zum Vorgänger)
Hochtöne 2 - 16 kHz
(+) | ausgeglichene Hochtöne, vom Median nur 3.4% abweichend
(+) | sehr lineare Hochtöne (4% Delta zum Vorgänger)
Gesamt im hörbaren Bereich 100 - 16.000 Hz
(±) | hörbarer Bereich ist durchschnittlich linear (17.3% Abstand zum Median)
Im Vergleich zu allen Geräten derselben Klasse
» 10% aller getesteten Geräte dieser Klasse waren besser, 7% vergleichbar, 83% schlechter
» Das beste Gerät hat einen Delta-Wert von 12%, durchschnittlich ist 36%, das schlechteste Gerät hat 134%
Im Vergleich zu allen Geräten im Test
» 30% aller getesteten Geräte waren besser, 8% vergleichbar, 62% schlechter
» Das beste Gerät hat einen Delta-Wert von 4%, durchschnittlich ist 24%, das schlechteste Gerät hat 134%

Xiaomi Mi 8 Audio Analyse

(±) | Mittelmäßig laut spielende Lautsprecher (81.2 dB)
Bass 100 - 315 Hz
(-) | kaum Bass - 64.6% niedriger als der Median
(+) | lineare Bass-Wiedergabe (0% Delta zum Vorgänger)
Mitteltöne 400 - 2000 Hz
(-) | kaum Mitten, vom Median 64.6% abweichend
(+) | lineare Mitten (0% Delta zum Vorgänger)
Hochtöne 2 - 16 kHz
(-) | kaum Hochtöne, 64.6% geringer als der Median
(+) | sehr lineare Hochtöne (0% Delta zum Vorgänger)
Gesamt im hörbaren Bereich 100 - 16.000 Hz
(-) | hörbarer Bereich ist nur wenig linear (124.5% Abstand zum Median)
Im Vergleich zu allen Geräten derselben Klasse
» 93% aller getesteten Geräte dieser Klasse waren besser, 6% vergleichbar, 1% schlechter
» Das beste Gerät hat einen Delta-Wert von 12%, durchschnittlich ist 36%, das schlechteste Gerät hat 134%
Im Vergleich zu allen Geräten im Test
» 98% aller getesteten Geräte waren besser, 2% vergleichbar, 0% schlechter
» Das beste Gerät hat einen Delta-Wert von 4%, durchschnittlich ist 24%, das schlechteste Gerät hat 134%

Akkulaufzeit - Je nach Einsatzszenario überragend bis mäßig

Energieaufnahme

Das Mi 9 kommt mit wenig Energie aus und verbraucht unter Last nur durchschnittlich 3,71 Watt, während bei der Konkurrenz jeweils mindestens eine 4 vor dem Komma steht.  Im Leerlauf sind es im Mittel sogar nur 1,26 Watt, was nur noch das OnePlus 6T unterbieten kann. Am größten ist der Unterschied zum Xiaomi Mi 8, das einen durchschnittlich 76 Prozent höheren Strombedarf anmeldet.

Stromverbrauch
Aus / Standbydarklight 0.01 / 0.24 Watt
Idledarkmidlight 0.67 / 1.26 / 1.29 Watt
Last midlight 3.71 / 9.3 Watt
 color bar
Legende: min: dark, med: mid, max: light        Metrahit Energy
Xiaomi Mi 9
3300 mAh
Apple iPhone XR
2942 mAh
Huawei Mate 20 Pro
4200 mAh
Honor View 20
4000 mAh
OnePlus 6T
3700 mAh
Samsung Galaxy S10 Plus
4100 mAh
Xiaomi Mi 8
3400 mAh
Durchschnittliche Qualcomm Snapdragon 855
 
Durchschnitt der Klasse Smartphone
 
Stromverbrauch
-38%
-35%
-58%
-11%
-30%
-76%
-24%
-33%
Idle min *
0.67
0.61
9%
0.95
-42%
0.97
-45%
0.7
-4%
0.73
-9%
1.5
-124%
0.939 ?(0.58 - 1.96, n=19)
-40%
Idle avg *
1.26
2.67
-112%
2.17
-72%
2.58
-105%
1.1
13%
1.53
-21%
2.2
-75%
1.506 ?(0.85 - 2.8, n=19)
-20%
Idle max *
1.29
2.69
-109%
2.25
-74%
2.63
-104%
2.1
-63%
2.07
-60%
2.6
-102%
1.799 ?(1 - 2.9, n=19)
-39%
Last avg *
3.71
4.34
-17%
4.47
-20%
5.24
-41%
4.2
-13%
6.03
-63%
6.1
-64%
4.61 ?(3.64 - 5.8, n=19)
-24%
Last max *
9.3
5.66
39%
6.15
34%
8.73
6%
8.3
11%
9.18
1%
10.9
-17%

* ... kleinere Werte sind besser

Akkulaufzeit

Der 3.300 mAh starke Lithium-Polymer-Akku verhilft dem Mi 9 zu guten Laufzeiten, allerdings nicht in bei jedem Einsatzszenario. Sehr ausdauernd ist das Smartphone beim Abspielen unseres H.264-Testvideos, denn hier wird der Bildschirm erst nach 17 Stunden schwarz.

Deutlich früher an die Steckdose muss es dagegen, wenn wir es unser realistisches Wi-Fi-Testszenario durchlaufen lassen, das bei einer auf 150 cd/m² angepassten Displayhelligkeit alle 30 Sekunden skriptgesteuert eine Webseite öffnet. Hier schafft das Mi 9 nur knapp über 9 Stunden. Das WLAN-Modul zehrt also überdurchschnittlich stark am Akku – bleibt zu hoffen, dass Xiaomi mit einem Update den Stromhunger etwas eindämmen kann.

Das Mi 9 lässt sich kabelgebunden mit bis zu 27 Watt aufladen. In diesen Genuss kommen jedoch nur Käufer der chinesischen Version, denn der globalen Version liegt dem Smartphone lediglich ein 18-Watt-Netzteil bei (5V/2,5A oder 9V/2A oder 12V/1,5A). Zwei kleine Trostpflaster: Das drahtlose Laden über Qi mit 20 W – was laut Xiaomi derzeit kein anderes Smartphone kann – unterstützt auch die globale Version. Und mit dem 18-Watt-Netzteil war der leere Akku unseres Testgerätes bereits nach kurzen 1:13 Stunden wieder zu 100 Prozent mit Strom betankt.

Akkulaufzeit
Idle (ohne WLAN, min Helligkeit)
27h 30min
WiFi Websurfing
9h 06min
Big Buck Bunny H.264 1080p
16h 48min
Last (volle Helligkeit)
3h 14min
Xiaomi Mi 9
3300 mAh
Apple iPhone XR
2942 mAh
Huawei Mate 20 Pro
4200 mAh
Honor View 20
4000 mAh
OnePlus 6T
3700 mAh
Samsung Galaxy S10 Plus
4100 mAh
Xiaomi Mi 8
3400 mAh
Akkulaufzeit
47%
19%
25%
25%
-8%
9%
Idle
1650
2969
80%
1747
6%
1928
17%
1936
17%
1560
-5%
1634
-1%
H.264
1008
1011
0%
854
-15%
932
-8%
903
-10%
921
-9%
897
-11%
WLAN
546
910
67%
767
40%
969
77%
865
58%
483
-12%
736
35%
Last
194
270
39%
282
45%
222
14%
261
35%
187
-4%
215
11%

Pro

+ hochwertiges Glasgehäuse
+ schnelles WLAN
+ sehr präzises GPS
+ Dual-SIM
+ Widevine DRM L1
+ hervorragende Triple-Kamera
+ schneller Fingerabdrucksensor
+ schnelle Gesichtserkennung
+ starkes AMOLED-Display
+ sehr flottes SoC
+ UFS-2.1-Speicher
+ kabelloses Laden, Quick Charge 4.0

Contra

- Glasgehäuse anfällig für Fingerabdrücke
- nicht wasser- und staubdicht
- liegt wegen Triple-Kamera wackelig auf dem Tisch
- kein microSD-Slot
- USB-C nur mit USB 2.0
- 3,5-mm-Klinkenanschluss nur über Adapter
- PWM
- teilweise mäßige Akkulaufzeiten

Fazit - Unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis

Im Test: Xiaomi Mi 9. Testgerät zur Verfügung gestellt von
Im Test: Xiaomi Mi 9. Testgerät zur Verfügung gestellt von

Das Xiaomi Mi 9 beeindruckt durch das derzeit vielleicht beste Preis-Leistungs-Verhältnis im High-End-Bereich. In der kleinsten Ausführung ist das Mi 9 mit 6 GB RAM, 64 GB UFS-2.1-Speicher und Dual-SIM bereits gut ausgestattet. Dazu kommen eine hervorragende Triple-Kamera, ein sehr leuchtstarker AMOLED-Bildschirm mit mustergültigen Display-Parametern und das schicke, hochwertig verarbeitete Glasgehäuse, mit dem das Mi 9 optisch wie haptisch ebenfalls in der Champions League spielt.

Der neue Snapdragon 855 macht aus dem Xiaomi Mi 9 eines der momentan schnellsten Smartphones. Das Xiaomi-Flaggschiff muss sich seine Performance-Gegner weniger im Android-Bereich als vielmehr in der Apple- und Notebook-Welt suchen.

Am tollen Gesamtpaket vermissen wir nur wenig. Schade ist allerdings, dass der Speicher des Smartphones nicht per microSD-Karte ausbaufähig ist und der 3,5-mm-Klinkenanschluss nur per USB-C-Adapter nachgerüstet werden kann. Das edle Glas-Chassis ist zudem recht anfällig für Fingerabdrücke, und weil die Triple-Kamera deutlich aus dem Gehäuse hervorragt, liegt das Smartphone ziemlich wackelig auf dem Tisch.

Die Bewertung wurde auf die neue Version 7 umgestellt. Das Xiaomi Mi 9 erreichte zum Zeitpunkt des Tests 89,4 Prozent (V6).

Xiaomi Mi 9 - 31.08.2022 v7 (old)
Manuel Masiero

Gehäuse
84%
Tastatur
67 / 75 → 89%
Pointing Device
95%
Konnektivität
50 / 70 → 71%
Gewicht
90%
Akkulaufzeit
88%
Display
92%
Leistung Spiele
55 / 64 → 86%
Leistung Anwendungen
76 / 86 → 88%
Temperatur
94%
Lautstärke
100%
Audio
81 / 90 → 90%
Kamera
70%
Durchschnitt
80%
86%
Smartphone - gewichteter Durchschnitt
Weitere Informationen über unsere Bewertung finden Sie hier.

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Autor: Manuel Masiero, 28.03.2019 (Update:  4.11.2024)