Test Samsung ATIV Tab GT-P8510 Tablet
Auf der IFA 2012 hat Samsung die neue ATIV-Familie offiziell vorgestellt. Neben dem bereits getesteten ATIV Smart PC XE500T1C feierte auch der Ableger mit Microsofts Windows RT sein Debüt. Das Samsung ATIV Tab bietet einen 10,1-Zoll-PLS-Bildschirm, der mit 1.366 x 768 Pixel auflöst. Im Vergleich setzt das ATIV Tab auf einen ARM-basierten Qualcomm Snapdragon S4 Plus System-on-a-Chip mit einer Leistung von 1,5 GHz und integrierter Adreno 225 Grafikeinheit. Zur weiteren Ausstattung gehören 2 GB Arbeitsspeicher, 32 GB Speicherkapazität, eine 5-Megapixel-Hauptkamera und aktuelle Funktechnologien.
Damit sind die aktuell erhältlich Konfigurationen auch schon beschrieben, da bis dato nur die Testkonfiguration verkauft wird. Durch den fehlenden UMTS- beziehungsweise LTE-Chip ist eine Internetverbindung nur über das integrierte Dual-Band-WLAN-Modul möglich. Ein Couchsurfer mit aktueller Hardware, der sich von der Konkurrenz unterscheidet? Diese und weitere Fragen klären wir im Verlauf dieses Artikels. Bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von 750 Euro sind wir auf die Leistung des Samsung ATIV Tab gespannt.
Das Chassis des Samsung ATIV Tab ist komplett aus Kunststoff gefertigt. Der Eindruck ist aber positiv. Das Tablet ist gut verarbeitet, die Haptik ist angenehm und insgesamt wirkt das Gerät recht hochwertig. Hinter der bisher einzigen Farbvariante „Metallic Silver“ verbirgt sich eine hellgraue Rückseite, die eine Aluminium-Oberfläche imitiert. Der dunkelgraue Bildschirmrahmen passt gut in das Gesamtbild. Bei Lichteinstrahlung ist ein leichtes glitzern zu erkennen. Diese Farbkombination zieht sich durch die gesamte ATIV-Familie. Diese umfasst aktuell den Samsung ATIV Smart PC und das ATIV S GT-I8750 Smartphone mit 4,8-Zoll-Bildschirm.
Neben der Verarbeitung, Haptik und Materialwahl ist die Stabilität ein wesentlicher Faktor. Bei stärkerer Krafteinwirkung mit beiden Händen lässt sich das Tablet nur minimal verwinden. Dabei entstehen keine ungewöhnlichen Geräusche. Insgesamt wirkt es sehr solide. Ein Pluspunkt sind die Abdeckungen über den Schnittstellen. Dadurch ist Verschmutzung der Ports kein Thema. Durch entsprechende Kennzeichnungen sind die Anschlüsse auch schnell gefunden.
Bei Abmessungen von 266 x 168 x 9 Millimetern (B x T x H) wiegt das Samsung ATIV Tab 574 Gramm. Dieser Wert bezieht sich auf das Tablet ohne das optionale Tastatur-Dock. Der Samsung ATIV Smart PC mit Tastatur-Dock bringt 1,46 Kilogramm auf die Waage. Das vergleichbare Asus Vivo Tab RT TF600 ist mit nur 8,3 Millimetern und 525 Gramm Gesamtgewicht etwas schlanker und leichter als unser Testgerät. Das Google Nexus 10 und das Apple iPad 4 sind mit 603 respektive 652 Gramm wiederum schwerer.
Zum Marktstart bietet Samsung das ATIV Tab nur in einer Variante mit 32 GB Speicherkapazität an. Nach der Erstinstallation stehen im Windows Explorer nur 14,1 GB von 23,6 GB zur Nutzung bereit (Nettokapazität: 44 Prozent!). Die weiterhin fehlenden 8,4 GB bis zur versprochenen Bruttokapazität werden im Explorer nicht angezeigt (Sicherung). Dank integriertem Micro-SD-Kartenleser kann der interne Speicher kostengünstig erweitert werden. Der Reader erkennt maximal 64 GB, wobei keine Anwendungen auf der Speicherkarte installiert werden können.
Ein Pluspunkt in dieser Geräteklasse ist mit Sicherheit der USB-2.0-Anschluss an der Kopfseite des Geräts, über den USB-Sticks oder Peripherie-Geräte angesteuert werden können. Das Samsung Galaxy Tab 2 10.1 bietet diesen Port nicht. Zur weiteren Anschlussausstattung unseres Testgeräts gehören eine 3,5-mm-Stereo-Klinke, ein kompakter Anschluss für das beiliegende Netzteil, ein Micro-HDMI-Ausgang (1080p) und ein magnetischer Port für ein Docking-Keyboard. Die dazugehörigen Haltebuchsen sind ab Werk durch zwei Abdeckungen aus Kunststoff geschützt.
Software
Als Betriebssystem kommt Microsofts neues Windows RT zum Einsatz. Ähnlich den mobilen Betriebssystemen von Apple und Google können nur Anwendungen aus dem Windows-Store installiert werden. Das Angebot ist aktuell aber noch stark eingeschränkt. Neben den Standard-Apps hat Samsung zusätzliche Anwendungen vorinstalliert. Darunter ChatOn, box, doubletwist AirSync oder ein „Photo Editor“. Weitere Details zu Windows RT finden Sie in unseren bisherigen Testberichten: Asus Vivo Tab RT TF600, Lenovo IdeaPad Yoga 11 und Microsoft Surface RT.
Kommunikation & GPS
An Bord des Tablets finden sich die aktuellsten Funktechnologien. Die WLAN-Übertragung in lokalen Netzwerken erfolgt nach aktuellem 802.11a/b/g/n-Standard mit 2,4 oder 5 GHz (Dual-Band). Daten zwischen zwei Endgeräten können nach Wunsch mit Bluetooth 4.0 oder NFC (Near Field Communication) ausgetauscht werden. Ein 3G- beziehungsweise LTE-Modul ist auch nicht gegen Aufpreis erhältlich. Die Nutzung eines entsprechenden USB-Dongles ist angesichts von Windows RT kaum möglich, da die meisten Lösungen eine separate Software benötigen.
Für die Nutzung von ortsbasierten Angeboten greift das Tablet auf S-GPS und Glonass zurück. Ab Werk ist eine Karten-Anwendung installiert, die aber keine Navigationsfunktionalität bietet. Im Test wurde der eigene Standort innerhalb weniger Sekunden angezeigt. Auch im Windows-Store gibt es bisher keine der bekannten Apps. Dazu zählen neben Google Maps beispielsweise die kostenpflichten Angebote von Navigon und TomTom.
Kameras
Für Schnappschüsse hält das Tablet eine Hauptkamera mit 5 Megapixel (2.592 x 1.944 Pixel) samt LED-Licht bereit. Entgegen dem Trend können allerdings nur Videos im 720p-Standard (1.280 x 720 Pixel, Autofokus) aufgenommen werden. Die Frontkamera des ATIV Tab löst mit einfachen 1,2 Megapixel auf (1.280 x 720 Pixel, 720p). Mit Blick auf vergleichbare Geräte eine durchaus akzeptable Ausstattung, wäre da nicht Windows RT.
Das System bietet fast keine Funktionen für Foto- und Videoaufnahmen. In der Kamera-Anwendung können lediglich die Fotoauflösung verändert und ein Timer eingestellt werden. Kein Pinch-to-Zoom und keine Videoaufnahmen in Full-HD (1080p, 1.920 x 1.080 Pixel). Mehr als enttäuschend im Vergleich zu Google Android und Apples iOS. Ein Trostpflaster sind die „Camera Extra Settings“ von Samsung, die kostenlos im Store zum Download bereitstehen. Ab Werk ist dieses Extra nicht installiert. Damit können zumindest einige Zusatzoptionen eingestellt werden (Weißabgleich, Bildeffekt, Belichtung, AF-Modus, Blitz).
Im Praxistest ist die Leistung der Hauptoptik nämlich sehr gut. Im Vergleich zum Apple iPad 4 wirkt das Bild natürlich und scharf. Auch das seitlich eintreffende Licht bereitet dem Modul keine Probleme. Die Frontkamera ist für Videochats gedacht. Deren Qualität ist für diesen Einsatzzweck ausreichend, wobei Luft nach oben bleibt. Das iPad 4 schneidet in diesem Test aber auch nicht besser ab. Summa summarum eine gute Basis, die durch das Betriebssystem beschnitten wird. Die Extra-Software von Samsung wird zum Pflichtprogramm.
Zubehör
Samsung legt dem Tablet nur das notwendige Zubehör bei. Neben dem Gerät selbst finden sich gedruckte Dokumentationen und ein 45-Watt-Netzteil mit Netzkabel, das wir eher bei einem kleinen Subnotebook erwartet haben. Ein modulares USB-Netzteil ist nahliegender, wobei dafür ein Micro-USB-Port notwendig wäre. Über den normalen USB-2.0-Anschluss des Geräts können nur Daten aufgespielt respektive Peripherie angesteuert werden. Ein Sleeve zum Transport oder sonstige Goodies müssen einzeln erworben werden.
Mit optionalem Zubehör hält sich Samsung anscheinend zurück. Auf der Internetseite des Unternehmens finden sich bisher keine spezifischen Produkte für das ATIV Tab. Auf einem Produktfoto ist das Tastatur-Dock abgebildet, das über den Anschluss an der Geräteunterseite betrieben wird. Genaue Informationen zu diesem Zubehörartikel werden aber nicht genannt.
Garantie
Samsung gewährt eine Garantielaufzeit von 24 Monaten auf das Gerät selbst. Zubehörprodukte und das integrierter Akku sind nur 12 Monate über die Garantie geschützt.
Eingabegeräte & Bedienung
Die Eingabe erfolgt entsprechend der Geräteklasse über den kapazitiven Touchscreen. Dieser erkennt unter Windows RT bis zu fünf Finger gleichzeitig. Berührungen und Aktionen werden zügig umgesetzt. Der flüssigen Nutzung steht damit nichts im Wege. Die optimierte Benutzeroberfläche von Windows RT trägt ihren Teil zur Usability bei.
Für die Texteingabe steht ein virtuelles Keyboard bereit, das zum Großteil automatisch eingeblendet wird. Lediglich bei der Nutzung des normalen Desktops muss es manuell über ein kleines Symbol in der Taskleiste aufgerufen werden. Das Layout hinterlässt einen guten Eindruck, wenn die Shift-Tasten größer hätten sein können. Im Hochformat schrumpfen die Tasten. Mit ein wenig Übung steht der effektiven Nutzung nichts im Wege.
Ein Kritikpunkt im Hochformat ergibt sich durch die Länge des Tablets. Bei der Texteingabe muss das Tablet sehr weit unten angefasst werden. Der Schwerpunkt liegt aber weiter oben, wodurch man es stets fest in der Hand halten muss. Die Position des „Thumb-Typing“-Keyboards lässt sich leider nicht verändern.
Das Samsung ATIV Tab besitzt einen glänzenden 10,1-Zoll-Bildschirm, der mit den Windows-RT-typischen 1.366 x 768 Pixel im 16:9 Format auflöst. Die Basis bilden die von Samsung entwickelte PLS-Technologie und kleine LEDs. Bei Plane-to-Line Switching (PLS) handelt es sich um eine Weiterentwicklung der häufig genutzten IPS-Technologie, die noch mal weniger Strom benötigt.
Samsung bietet keinen hochauflösenden Bildschirm für das ATIV Tab an. Konkurrenzprodukte wie das Asus Transformer Pad Infinity TF700T, das Google Nexus 10 oder das Apple iPad 4 können den 1080p-Standard mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel ohne Probleme nativ darstellen. Ein weiterer Kritikpunkt ist die geringe Pixeldichte von 155 DPI. Das Google Nexus 10 kann auf der gleichen Fläche annähernd doppelt so viele Pixel pro Zoll darstellen (300 DPI).
Mit dem Tool Gossen Mavo-Monitor haben wir bei diesem Testgerät die gebotene Helligkeit der integrierten LED-Beleuchtung überprüft. Aus den neun Messwerten ergibt sich ein überzeugender Durchschnittswert von rund 369 cd/m². Damit liegt das Tablet auf Niveau des ATIV Smart PC respektive Microsoft Surface RT. Erfreulicherweise fällt die Helligkeitsschwankung sehr gering aus. Bei einer maximalen Differenz von 24 cd/m² ergibt sich ein solider Wert von 90 Prozent. Das Asus Vivo Tab RT TF600 ist einer hellere Leuchte, wobei die Ausleuchtung etwas schlechter ist. Das Apple iPad 4 muss sich bei dieser Messung mit weniger als 300 cd/m² geschlagen geben.
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Ausleuchtung: 90 %
Helligkeit Akku: 380 cd/m²
Kontrast: 826:1 (Schwarzwert: 0.46 cd/m²)
Die weiteren Messwerte hinterlassen einen guten Eindruck. Der Schwarzwert fällt mit 0,48 cd/m² vergleichsweise gering aus. In Kombination mit der guten Beleuchtung ergibt sich ein Kontrastverhältnis von 826:1. Die Farben wirken insgesamt natürlich und stimmig. Die Bildschärfe kann für eine Anzeige mit 155 DPI auch überzeugen. Samsung macht allerdings keine Angaben zur Farbechtheit des Panels. Last but not least müssen wir allerdings noch mal auf die LED-Beleuchtung zurückkommen. In dunkler Umgebung sind am rechten Rand kleine Lichthöfe zu erkennen. Diese können vor allem bei der Wiedergabe von Filmen stören.
Die glänzende Bildschirmoberfläche und Fingerabdrücke machen die Nutzung im Freien schwierig. Dank einer guten Beleuchtung und dem hohen Kontrast kann das Tablet in den meisten Fällen aber genutzt werden. Bei direkter Sonneneinstrahlung muss möglicherweise die Sitzposition verändert werden, da sich Spiegelungen nicht komplett vermeiden lassen. Die mögliche Lösung ist eine matte Displayschutzfolie.
Dank des verwendeten PLS-Panels kann der Inhalt auch bei sehr flachen Blickwinkeln ohne Probleme abgelesen werden. Theoretisch sind bis zu 178 Grad ohne Farbverfälschungen möglich. In der Praxis sind es aber meist zwischen 130 und 150 Grad. Die Wiedergabe eines Films mit mehreren Personen ist grundsätzlich kein Problem. Das Beispielbild verdeutlicht die gute Leistung. Die hellen Bereiche im schwarzen Rand entstehen allerdings nur durch den empfindlichen Sensor der Kamera. Im Alltag ist der Farbstich im Schwarz nicht vorhanden.
Unter der Haube des Samsung ATIV Tab werkelt ein Qualcomm Snapdragon S4 Plus SoC vom Typ APQ8060A. Dieser System-on-a-Chip rechnet mit zwei Kernen, bietet eine Leistung von 1,5 GHz und beherbergt die bewährte Adreno 225 Grafikeinheit. Die Krait-Prozessoren des Chips sind in 28 Nanometer Strukturbreite gefertigt. Trotz geringerer Kernanzahl gegenüber dem Nvidia Tegra 3 SoC kann die integrierte Lösung mithalten. Die amerikanischen Kollegen von Notebookcheck.net haben das Lenovo IdeaTab S2110A mit dem Qualcomm-Baustein und Google Android unter die Lupe genommen.
Im Windows-Store von Windows RT finden sich bis dato keine der bekannten Benchmarks. Aus diesem Grund begnügen wir uns mit drei gängigen Browser-Benchmarks, in denen sich der vorinstallierte Internet Explorer 10 von Microsoft beweisen muss. Die Gegenspieler in unserem Parcours sind Googles Chrome und die mobile Variante von Apples Browser Safari. Subjektiv bleiben aber keine Wünsche offen. Das System arbeitet extrem flüssig mit geringen Ladezeiten.
Im Browsermark 2.0 erreicht das Samsung ATIV Tab 1.459 Punkte in der Gesamtwertung. Das Asus Vivo Tab RT TF600 mit gleichem Browser schneidet mit nur 1.043 Punkten 29 Prozent schlechter ab. Auf der anderen Seite ziehen das Google Nexus 10 und Apple iPad 4 mit einer Differenz von mehr als 50 Prozent davon. Interessant ist die Mehrleistung des Samsung ATIV Smart PC mit Windows 8 und Intel-SoC. Mit einem Ergebnis von 2.373 Punkten ergibt sich eine Differenz von 63 Prozent. Dieses Gerät schneidet nur minimal schlechter ab als das iPad 4.
Der zweite Benchmark kommt von Google. Insgesamt wenig überraschend, dass das Google Nexus 10 mit dem eigenen Browser den Spitzenplatz im Google V8 belegt. Die Vergleichstabelle zeigt aber auch, dass Windows-RT-Geräte mit dem Internet Explorer 10 sehr schlecht in diesem Test abschneiden. Das Testgerät erreicht nur 785 Punkte. Das Apple iPad 4 schneidet mit 1.661 Punkte mehr als doppelt so gut ab.
Mit 895,3 Millisekunden gewinnt das Apple iPad 4 den letzten Test. Im Java-Script-Benchmark Sunspider 0.9.1 gewinnt nämlich das kleinste Ergebnis. Das Samsung ATIV Tab ist dem Tablet aus Cupertino mit 997,3 Millisekunden aber dich auf den Versen (Differenz: 9 Prozent). Das Google Nexus 10 ist in diesem Benchmark der Verlierer (1345,7 Millisekunden).
Google V8 Ver. 7 - Google V8 Ver. 7 Score (nach Ergebnis sortieren) | |
Samsung ATIV Tab GT-P8510 | |
Asus Vivo Tab RT TF600 | |
Microsoft Surface RT | |
Google Nexus 10 | |
Apple iPad 4 |
Browsermark - --- (nach Ergebnis sortieren) | |
Samsung ATIV Tab GT-P8510 | |
Asus Vivo Tab RT TF600 | |
Google Nexus 10 | |
Apple iPad 4 | |
Samsung ATIV Smart PC XE500T1C-A02DE |
Sunspider - 0.9.1 Total Score (nach Ergebnis sortieren) | |
Samsung ATIV Tab GT-P8510 | |
Asus Vivo Tab RT TF600 | |
Microsoft Surface RT | |
Google Nexus 10 | |
Apple iPad 4 |
* ... kleinere Werte sind besser
Temperatur
Ein kühles Gemüt. Trotz passiver Kühlung der internen Komponenten liegen die Temperaturwerte an der Außenseite des Tablets im grünen Bereich. Im Leerlauf bleibt das ATIV Tab mit maximal 33,3 °C kühl bis handwarm, je nach Nutzung und Umgebungstemperatur.
Unter Last steigen die Werte nur geringfügig an. Den Spitzenwert von 37,1 °C konnten wir im mittleren Bereich der Rückseite messen. Dort befindet sich vermutlich der System-on-a-Chip (SoC) von Qualcomm. Das Testgerät schneidet im Vergleich zu diversen Konkurrenzprodukten sehr gut ab. Die meisten Geräte bewegen sich unter Last im Bereich um 40 °C.
(+) Die maximale Temperatur auf der Oberseite ist 35 °C. Im Vergleich liegt der Klassendurchschnitt bei 33.7 °C (von 20.7 bis 53.2 °C für die Klasse Tablet).
(+) Auf der Unterseite messen wir eine maximalen Wert von 37.1 °C (im Vergleich zum Durchschnitt von 33.2 °C).
(+) Ohne Last messen wir eine durchschnittliche Temperatur von 29.9 °C auf der Oberseite. Der Klassendurchschnitt erreicht 30 °C.
Lautsprecher
Das Samsung ATIV Tab verfügt über zwei Lautsprecher, die sich rechts und links vom Bildschirm befinden. Die Positionierung überzeugte uns schon im Test des Google Nexus 10 beziehungsweise Samsung ATIV Smart PC. Das gebotene Klangbild ist in Ordnung. Bei mittlerer Lautstärke eignen sich die Speaker zur Wiedergabe von Hintergrund- und Filmmusik. Darüber hinaus verzerrt der Klang leicht. Insgesamt werden aber vorwiegend hohe Töne dargestellt. Bässe und tiefe Töne sind nicht vorhanden. Über die 3,5-mm-Stereo-Klinke oder den Micro-HDMI-Ausgang (Adapter auf HDMI kostet zirka 7 Euro) können externe Geräte angeschlossen werden. Die Übertragung ist einwandfrei.
Energieaufnahme
Neben dem integrierten Chip von Qualcomm dürfte der 10,1-Zoll-Bildschirm der größte Stromabnehmer des Tablets sein. Im Leerlauf verbraucht das ATIV Tab zwischen 2,3 und 5,8 Watt. Damit bewegt sich das Tablet im grünen Bereich. Das Asus Vivo Tab RT TF600 bewegt sich auf Augenhöhe. Das Google Nexus 10 verbraucht in diesem Szenario mit maximal 9 Watt mehr Strom (Differenz: 35,5 Prozent). Das andere Extrem bildet der Samsung ATIV Smart PC mit Intel Atom Z2760 SoC. Mit einem Spitzenverbrauch (Idle) von nur 4 Watt ist es deutlich sparsamer als das ATIV Tab (Differenz: 31 Prozent).
Unter Last steigen die Verbrauchswerte an, und erreichen bei 8,9 Watt ihr Maximum. Der ATIV Smart PC bewegt sich auf Augenhöhe. Das Pendant von Asus benötigt bis zu 11 Watt in diesem Test (Differenz: 23,6 Prozent). Der Verbrauch des Google Nexus 10 verändert sich mit 9,4 Watt nur marginal. Das Apple iPad 4 ist mit 12,5 Watt in der Spitzenreiter (Differenz: 40,5 Prozent).
Für gute Akkulaufzeiten soll ein fest integrierter Lithium-Polymer-Akku mit 8.200 mAh sorgen, der nicht weiter spezifiziert wird. Genauere Details konnte uns Samsung bis zum Abschluss dieses Tests nicht nennen. Die Daten werden in der Spezifikationen-Tabelle so schnell wie möglich nachtragen.
Aus / Standby | 0 / 0.1 Watt |
Idle | 2.3 / 4.8 / 5.8 Watt |
Last |
6.7 / 8.9 Watt |
Legende:
min: ,
med: ,
max: Voltcraft VC-940 |
Akkulaufzeit
Mit der maximalen Laufzeit bei minimaler Bildschirmhelligkeit und deaktivierten Mobiltechnologien steigen wir in diesen Abschnitt ein. In diesem Szenario wird das Lesen eines Textdokuments simuliert. Erst nach 26 Stunden und 30 Minuten ist die komplette Akkuladung des Tablets aufgebraucht. Ein neuer Spitzenwert. Das Asus Vivo Tab RT TF600 kommt nur auf rund 16 Stunden. Auch das Microsoft Surface RT kann nicht mithalten (15 Stunden und 32 Minuten). Die Differenz beträgt in diesem Fall mehr als 10 Stunden. Das Google Nexus 10 kommt auf 17 Stunden in diesem Test. Mit zirka 21 Stunden schneidet das Apple iPad 4 besser als das Google-Tablet ab.
Bei der realistischen Messung „Surfen über WLAN“ wird alle 40 Sekunden eine neue Internetseite angesteuert. Durch die genormte Helligkeit von rund 150 cd/m² lassen sich die Ergebnisse vergleichen. Der Akku des Samsung ATIV Tab ermöglicht eine Laufzeit von 12 Stunden. Die Differenz zu den zuvor genannten Tablets von Asus und Google fällt in diesem Test geringer aus. Das Microsoft Surface hält nur 8 Stunden und 36 Minuten durch. Der Samsung ATIV Smart PC ist mit dem Fokus Akkulaufzeit keine Alternative zum sparsameren ATIV Tab mit Windows RT.
Abschließend haben wir die lokale Wiedergabe einer Full-HD-Filmdatei (1.920 x 1.080, .wmv) bei maximaler Bildschirmhelligkeit und aktiviertem WLAN-Modul überprüft. Das Tablet muss in diesem Szenario nach 8 Stunden und 40 Minuten an die Steckdose. Bei der üblichen Länge von 120 Minuten können ohne Probleme vier Filme wiedergegeben werden.
Das Samsung ATIV Tab ist das erste Tablet des Unternehmens mit dem ARM-optimiertem Betriebssystem Windows RT. Das Gehäuse aus Kunststoff muss sich nicht verstecken. Die aktuellen Funktechnologien, die gute Performance des Qualcomm Snapdragon S4 Plus SoC und die Positionierung der Lautsprecher gefallen. Das von Samsung verwendete 10,1-Zoll-Display überzeugt in der Vermessung. Die Auflösung von 1.366 x 768 Pixel wirkt im Vergleich allerdings antiquiert.
Ein integriertes UMTS-Modul oder andere Speicherkonfigurationen werden leider nicht angeboten. Apropos Speicher: Nach der Einrichtung bleiben nur 14,1 GB von den gebotenen 32 GB übrig. In diesem Punkt schneidet jedes Android- beziehungsweise iOS-Tablet mit 16 GB Speicherkapazität besser ab. Weitere Kritikpunkte sind das überschaubare Angebot im Windows-Store und die sehr spartanische Kamera-Anwendung, die nur durch ein Zusatztool von Samsung die Grundfunktionen bietet.
Gut gefallen haben uns die geringe Wärmentwicklung und die überzeugenden Akkulaufzeiten. Dank sparsamer Hardware und einem großen Akku erreicht das Tablet rund zwölf Stunden im realitätsnahen Test. Insgesamt ein gutes Tablet mit überzeugen Plus-, aber auch starken Minuspunkten. Die unverbindliche Preisempfehlung von 750 Euro ist aus unserer Sicht überzogen. Das Google Nexus 10 mit aktuellem Android-Betriebssystem und 32 GB Speicher ist über 300 Euro günstiger. Auch vergleichbare Windows-RT-Tablets sind günstiger. Aus diesem Grund können wir keine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen.