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Retrocheck: Lenovo ThinkPad L540 - Was kann ein 10 Jahre altes Notebook noch leisten?

Lenovo ThinkPad L540
Lenovo ThinkPad L540
Es muss nicht immer der neueste Laptop sein: Auch alte Hardware kann noch gute Dienste leisten. Das zehn Jahre alte ThinkPad L540 muss sich diesbezüglich beweisen. Auf der Habenseite stehen eine gute Tastatur, geringe Emissionen sowie eine WWAN-Option.

Im Jahre 2014 musste sich das Lenovo ThinkPad L540 - ein Business-Notebook der Mittelklasse auf Basis der Intel-Haswell-Plattform - unserem Test stellen. Anhand einer im Vergleich zum damaligen Testgerät ähnlich bestückten Variante (Core i5-4300M statt Core i5-4200M, HD-Panel statt FHD-Panel) wollen wir klären, für welche Einsatzzwecke der Laptop noch in Frage kommt.

Lenovo ThinkPad L540 (Bild: Daniel Schmidt)
Lenovo ThinkPad L540 (Bild: Daniel Schmidt)
Lenovo ThinkPad L540 (Bild: Daniel Schmidt)
Lenovo ThinkPad L540 (Bild: Daniel Schmidt)
Lenovo ThinkPad L540 (Bild: Daniel Schmidt)
Lenovo ThinkPad L540 (Bild: Daniel Schmidt)
Lenovo ThinkPad L540 (Bild: Daniel Schmidt)
Lenovo ThinkPad L540 (Bild: Daniel Schmidt)
Lenovo ThinkPad L540 (Bild: Daniel Schmidt)
Lenovo ThinkPad L540 (Bild: Daniel Schmidt)
Lenovo ThinkPad L540 (Bild: Daniel Schmidt)
Lenovo ThinkPad L540 (Bild: Daniel Schmidt)
Lenovo ThinkPad L540 (Bild: Daniel Schmidt)

Haswell kann noch etwas

Core i5-4300M (Haswell; 2 Kerne, 4 Threads), HD Graphics 4600 und 8 GB RAM genügen den Ansprüchen von Office- und Internetanwendungen, für Spiele ist die Hardware nicht gemacht - selbst nicht für anspruchslose Titel. Die Nutzung von Streamingdiensten ist möglich: Ein integrierter Decoder entlastet den Prozessor bei der Wiedergabe von Videos im H.264-Format, modernere Codecs (H.265/HEVC, VP9) werden nicht unterstützt. Auflösungen jenseits von Full HD überfordern die Hardware.

Das L540 wurde im Laufe der Zeit aufgerüstet: RAM-Verdoppelung auf 8 GB (2x 4 GB) samt der mit dem zweiten Speichermodul einhergehenden Aktivierung des Dual-Channel-Modus, Tausch der verbauten HDD gegen eine SSD. Beide Maßnahmen haben sich positiv auf die Reaktionsfreudigkeit des Systems ausgewirkt, auch heute agiert es noch recht flüssig. Das ebenfalls durchgeführte Upgrade von Windows 8 Pro auf Windows 10 Pro hat daran nichts geändert.

Zur Einordnung der Leistung der alten Haswell-Plattform haben wir den Vergleichstabellen zwei aktuelle Notebooks hinzugefügt, die mit modernen CPUs vom unteren Rand der Leistungsskala ausgestattet sind.

Cinebench R15 Multi Dauertest

04590135180225270315360405450495540585630675720765810Tooltip
Lenovo ThinkPad L540 20AV005GGE Intel Core i5-4300M: Ø300 (298.57-301.16)
Asus BR1104CGA-N00007XA Intel Processor N100: Ø237 (229.37-246.24)
Acer Aspire Go 15 AG15-31P-34JP Intel Core i3-N305: Ø733 (725.02-829.14)
Cinebench R23
Multi Core
Durchschnitt der Klasse Office
  (1577 - 20399, n=89, der letzten 2 Jahre)
10014 Points +479%
Acer Aspire Go 15 AG15-31P-34JP
Intel Core i3-N305
4832 Points +179%
Lenovo ThinkPad L540 20AV005GGE
Intel Core i5-4300M
1731 Points
Durchschnittliche Intel Core i5-4300M
  (n=1)
1731 Points 0%
Asus BR1104CGA-N00007XA
Intel Processor N100
1577 Points -9%
Single Core
Durchschnitt der Klasse Office
  (618 - 1995, n=89, der letzten 2 Jahre)
1596 Points +125%
Acer Aspire Go 15 AG15-31P-34JP
Intel Core i3-N305
992 Points +40%
Asus BR1104CGA-N00007XA
Intel Processor N100
747 Points +6%
Lenovo ThinkPad L540 20AV005GGE
Intel Core i5-4300M
708 Points
Durchschnittliche Intel Core i5-4300M
  (n=1)
708 Points 0%

* ... kleinere Werte sind besser

Einfache Wartungs- und Aufrüstmöglichkeiten - inklusive CPU und Akku

Das L540 gehört noch zu den Geräten mit extern verbautem Akku und Wartungsklappe. Letztere erlaubt eine schnelle, einfache Aufrüstung von Arbeitsspeicher, WWAN- und WiFi-Modul sowie der CPU. Der verbaute Core i5 steckt in einem Sockel, er ist nicht verlötet. Somit könnte er durch eine Haswell-CPU mit vier Kernen (z.B. Core i7-4702MQ) ersetzt werden - Lenovo hatte entsprechende Laptops im Sortiment.

Eine Wartungsklappe erlaubt den leichten Zugriff auf die Hardware.
Eine Wartungsklappe erlaubt den leichten Zugriff auf die Hardware.
Heutzutage sind gesockelte CPUs in Notebooks kaum noch anzutreffen.
Heutzutage sind gesockelte CPUs in Notebooks kaum noch anzutreffen.

Drei Akkuoptionen hielt Lenovo bereit

Der Energiespeicher unseres L540 hat über die Zeit ein Viertel seiner Ausgangskapazität (48 Wh -> 35 Wh) verloren. Die verbliebene Menge genügt für eine Laufzeit von 3:50 h in unserem WiFi-Test (Aufruf von Webseiten mittels eines Skripts) - aus heutiger Sicht ein schlechter Wert. Ein besserer Wert wäre erreichbar: Lenovo hielt ursprünglich drei Akku-Modelle (48 Wh, 56 Wh, 99,9 Wh) für das ThinkPad bereit. Eine neue Batterie müsste allerdings von einem Alternativhersteller bezogen werden.

Der Akku ist extern verbaut. (Bild: Daniel Schmidt)
Der Akku ist extern verbaut. (Bild: Daniel Schmidt)
Battery Runtime - WiFi Websurfing
Asus BR1104CGA-N00007XA
Intel Processor N100, 50 Wh
820.1 min +257%
Acer Aspire Go 15 AG15-31P-34JP
Intel Core i3-N305, 53.05 Wh
693 min +201%
Lenovo ThinkPad L540 20AV005GGE
Intel Core i5-4300M, 48 Wh
230 min

Wer kennt noch ExpressCard?

Einen modernen Steckplatz wie USB-C sucht man vergeblich, da dieser im Jahre 2014 noch Zukunftsmusik war. Der Lenovo Computer hat vier USB-A-Ports (1x USB 3.0, 3x USB 2.0) an Bord. Einen HDMI-Ausgang gibt es nicht. Letzterer sowie viele weitere Anschlüsse könnten über eine auf dem Gebrauchtmarkt günstig zu erwerbende Dockingstation (z.B. Lenovo Thinkpad Ultra Dock 40A2) nachgerüstet werden. Der Dockingport befindet sich auf der Geräteunterseite.

Rückseite: Steckplatz für ein Kabelschloss, USB 2.0 (USB-A), Gigabit-Ethernet, Netzanschluss (Bild: Daniel Schmidt)
Rückseite: Steckplatz für ein Kabelschloss, USB 2.0 (USB-A), Gigabit-Ethernet, Netzanschluss (Bild: Daniel Schmidt)
Linke Seite: VGA, Mini Displayport, USB 3.0 (USB-A), ExpressCard-Slot (Bild: Daniel Schmidt)
Linke Seite: VGA, Mini Displayport, USB 3.0 (USB-A), ExpressCard-Slot (Bild: Daniel Schmidt)
Rechte Seite: Audiokombo, Speicherkartenleser, USB 2.0 (USB-A), DVD-Brenner, USB 2.0 (USB-A) (Bild: Daniel Schmidt)
Rechte Seite: Audiokombo, Speicherkartenleser, USB 2.0 (USB-A), DVD-Brenner, USB 2.0 (USB-A) (Bild: Daniel Schmidt)

Optional: Schneller Internetzugang via LTE

Da das L540 auf die Aufnahme eines LTE-Moduls vorbereitet ist (Steckplatz, SIM-Kartenleser und Antennen sind vorhanden), könnte ein Internetzugang via Mobilfunk realisiert werden. Entsprechende LTE-Module von Lenovo sind auf dem Gebrauchtmarkt für wenige Euro zu haben - wir konnten das Sierra EM7345 für 8,90 Euro ergattern. Der verbaute Intel-Chip (XMM 7160) erlaubt maximale Downloadraten von bis zu 100 MBit/s.

Ein LTE-Modem kann nachgerüstet werden.
Ein LTE-Modem kann nachgerüstet werden.
Der SIM-Kartenleser befindet sich im Akkufach. (Bild: Daniel Schmidt)
Der SIM-Kartenleser befindet sich im Akkufach. (Bild: Daniel Schmidt)
Das LTE-Modem kann unter Windows...
Das LTE-Modem kann unter Windows...
... Linux (hier: Ubuntu 24.10)...
... Linux (hier: Ubuntu 24.10)...
... und ChromeOS Flex genutzt werden.
... und ChromeOS Flex genutzt werden.

Kein Windows 11 für das ThinkPad L540

Das bevorstehende Ende des Windows-10-Supports (Oktober 2025) lässt Besitzern älterer Rechner - wie dem L540 - zwei Optionen: Umstieg auf ein anderes Betriebssystem oder Verschiebung des Supportendes (max. drei Jahre) durch Zahlung einer jährlichen Gebühr. Ein Upgrade auf Windows 11 wäre möglich, ist aber nicht vorgesehen: Erfüllt ein Rechner nicht die Mindestanforderungen des OS, garantiert Microsoft nicht die Versorgung mit Updates. Somit dürfte ein Umstieg auf Windows 11 keine realistische Option sein.

Als Betriebssystem-Alternativen kämen Linux (z.B. Ubuntu, Fedora, Mint) sowie ChromeOS Flex in Frage. Das L540 kommt mit beiden Systemen zuwege: Die gesamte Hardware wird erkannt und eingerichtet - samt des nachträglich eingebauten LTE-Modems. Somit könnte auch unter diesen Betriebssystemen ein Internetzugang per Mobilfunk realisiert werden.

Update 22.12.2024: Ein kürzlich veröffentlichter Artikel geht näher auf ChromeOS Flex und dessen Installation auf dem ThinkPad L540 ein.

Ubuntu Linux...
Ubuntu Linux...
...und ChromeOS Flex laufen einwandfrei.
...und ChromeOS Flex laufen einwandfrei.

Fazit

Als Schreib- und Surfmaschine auf dem heimischen Schreibtisch kann der Rechner dank guter Tastatur, geringen Emissionen und ausreichend starker Hardware noch einige Jahre gute Dienste leisten - mit einem mauen Display (HD, TN-Panel) und teils nicht mehr gängigen Anschlussoptionen müsste gelebt werden. Ein Ausbau des Speichers sowie der Tausch der ab Werk verbauten HDD gegen eine SSD sind für ein rundes Bedienerlebnis unabdingbar. Das nahende Supportende von Windows 10 (Oktober 2025) erfordert in vielen Fällen den Umstieg auf andere Betriebssysteme wie Linux oder ChromeOS Flex.

Update 22.12.2024: Ein kürzlich veröffentlichter Artikel geht näher auf ChromeOS Flex und dessen Installation auf dem ThinkPad L540 ein.

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Autor: Sascha Mölck, 15.12.2024 (Update: 22.12.2024)