Setzt Microsoft stärker auf Hardware? Geht es nach Kara Swisher vom amerikanischen Online-Magazin All Things Digital (gehört zum Wall Street Journal), baut Microsoft unter Führung von CEO Steve Ballmer gerade das Unternehmen um. Swisher beruft sich auf "Quellen, die dem Geschehen nahestehen“. Eine offizielle Stellungnahme von Microsoft lässt bislang auf sich warten. Trotzdem geht die Entwicklung über Gerüchte hinaus, denn es gibt einige handfeste Anhaltspunkte.
Steve Ballmer schrieb im Geschäftsbericht von 2012: „Dies ist eine bedeutungsvolle Neuorientierung, sowohl in Hinblick darauf, was wir tun, als auch, wie wir uns sehen – als ein Unternehmen, das Geräte und Dienstleistungen anbietet. Die Neuorientierung beeinflusst, wie wir das Unternehmen führen, wie wir neue Erfahrungen entwickeln und wie wir Produkte am Markt für Konsumenten und Geschäftsleute anbieten.“ Von dieser Ankündigung abgesehen konnte man etwa anhand der Tablets Surface RT und Surface Pro erkennen, dass sich Microsoft in neue Hardware-Gefilde vorwagt. Anfänglich geschah dies mit eher skeptischer Begleitung der etablierten Hardware-Produzenten (wir berichteten).
Microsoft arbeitet unlängst an der Vernetzung seiner Dienstleistungen für verschiedene Systeme. Skydrive und die Office Web Apps verbinden Tablets, Smartphones und PCs. Xbox SmartGlass erlaubt die Steuerung der Xbox 360 und der Xbox One mit dem Windows-8-Smartphone. Die neue Spielekonsole Xbox One soll die Dienstleistungsorgie erweitern. Der Nutzer wird seinen Kabel- oder Satelliten-Receiver an die Konsole anschließen können, um über nur ein Gerät fernzusehen, Blu-rays zu schauen, zu spielen und zu surfen. Das Betriebssystem der Konsole ist an Windows 8 angelehnt.
Ein bisschen weniger Hardware und Dienstleistungen von Microsoft wären den Datenschützern lieber. Sie sehen vor allem die Kinect 2, die Bilder und Bewegungen von Xbox-One-Spielern aufzeichnet, als problematisch an. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar nannte die Xbox One mit Kinect 2 ein „Überwachungsgerät“. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner bezeichnete das System sogar als „Trojaner“. Microsoft versicherte hingegen, der Datenschutz habe bei der Xbox One „höchste Priorität“ und Nutzer sollen detailliert einstellen können, was aufgezeichnet und an wen es weitergegeben wird.
Nicht alle Gamer fürchten allerdings die Spionage-Dienstleistung von Microsoft, wie dieses Video von LeFloid zeigt.